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1. Januar 2000 / PolarNEWS

ANTARKTIS IX 1990-91

ANTARKTIS IX  1990-91 : Am 20. Oktober 1990 lief das Forschungsschiff “Polarstern’ zu seiner neunten Antarktisreise von Bremerhaven aus. Die Expedition ANT IX dauerte bis zum 13. Mai 1991. Schon auf der Anfahrt in die Antarktis absolvierten die Luftchemiker ein ausgedehntes Forschungsprogramm. In der Höhe der Schiffsbrücke nahm man Luftproben, aus denen die Schadstoffe aus der Luft des Atlantiks gemessen wurden. Diese setzen sich dann in den Meeresorganismen ab, die ebenfalls untersucht wurden. Nach einem Zwischenaufenthalt verliess die ‘Polarstern” am 14. November 1990 das chilenische Punta Arenas.  Zwei  Wissenschaftler brachte das Schiff zur sowjetischen Station Bellingshausen, wo diese das biologische Forschungsprogramm fortsetzten, welches die Akademie der Wissenschaften der DDR vor 10 Jahren begonnen hatte. Später holte die ‘Polarstern’ die beiden Polarforscher wieder ab. Post von dieser Gruppe liegt vor. Die Forschungsfahrt ging weiter ins Weddellmeer, wo Messungen des Salzgehaltes, der Wassertemperatur und anderer Parameter aus verschiedenen Meerestiefen anstanden, die durch chemische Untersuchungen in der Atmosphäre ergänzt wurden. Dabei war man den Brom-, Schwefelund reaktiven Stickstoffverbindungen auf der Spur, die scheinbar das antarktische Ozonloch mitbeeinflussen. Im Dezember 1990 erreichte das deutsche Forschungsschiff die Georg-von- Neumayer-Station. Damit endete die Überwinterung der 10. Stationsbesatzung, des ersten neunköpfigen Damenteams . Diese Gruppe soll mit dem südafrikansichen Marineschiff “Drakensberg” nach Kapstadt gelangt sein. Die “Drakensberg” war am 25. Januar 1991 vom Marinestützpunkt Simonstown in Richtung Antarktika ausgelaufen, um einen Ersatzhelikopter für das südafrikanische FS ‘Agulhas’ und ein Ersatztriebwerk für einen deutschen BO-105-Helikopter der ‘Polarstern’ zu bringen. Dieser Einsatz war notwendig, weil in der 2. Januarhälfte fünf südafrikanische Polarforscher mit ihrem Hubschrauber in den Bergen des Königin-Maud-Landes notlanden mussten. Weil der 2. SANAE-Hubschrauber wegen technischen Defektes nicht zur Hilfe eilen konnte, halfen die beiden Polarstern-Helikopter aus. Leider brannte bei der schwierigen Landung in den Bergen das Triebwerk des BO-105-Helikopters aus. Am 30. Dezember 1990 weilte die ‘Polarstern’ in Kapstadt. Sie lief dort am 2.Januar 1991 wieder aus, um die Überwinterer der “Forster-Station” abzuholen und um “Neumayer” zu erreichen  Das südafrikanische Schiff “Agulhas” besuchte im Februar 1991 auch die deutsche Station.  Die “Polarstern” versorgte auch die ehemalige DDR- Station “Georg Forster” . Insgesamt waren die Eisverhältnisse zur Expedition ANT IX im Weddellmeer und der Lasarew-See sehr schlecht. Die ‘Polarstern’ war zwei Wochen im Packeis eingeschlossen. Während des Zwangsaufenthaltes errichteten die Glaziologen und Meeresbiologen auf einer stabilen Scholle eine Forschungsstation – die erste deutsche Driftstation. Der letzte Fahrtabschnitt der “Polarstern”, der am 30. März 1991 in Kapstadt begann, diente meeresbiologischen Forschungen. Dabei untersuchten die Geologen den Agulhas- und Meteor-Rücken, sowie die östliche Ranke des südlichen mittelatlantischen Rückens. Auf dem Meteor-Rücken gelang ein Volltreffer: mit dem Kolbenlot stanzten die Meeresgeologen eine 11 m lange Probe des Meersbodens, aus der die jüngsten zehn Klimazyklen bis vor 800.000 Jahren zu untersuchen sind.

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