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1. Januar 2000 / PolarNEWS

1898-99 DE Tiefsee-Expedition

Am 1. Mai 1999 jährte sich zum 100. Male die Rückkehr des zum Forschungsschiff umgebauten Dampfers „Valdivia“ der Deutschen Tiefsee-Expedition 1898-99. Nachdem die britische Challenger-Expedition sowie weitere Länder die damals weitgehend unbekannten Regionen der Tiefsee zu erforschen begannen, wollte auch das imperiale Deutschland auf diesem Gebiet nicht zurück stehen. Mit Einverständnis des Kaisers wurde durch den Reichstag die damals enorme Summe von 300.000,- Reichsmark für die Expedition bewilligt. Allerdings mit der Auflage, dabei auch in den deutschen Kolonien Flagge zu zeigen . Als wissenschaftlicher Leiter wurde Prof. Dr. Carl Chun benannt, der an der Leipziger Universität lehrte . Auf ihrer 30.000 Seemeilen langen Forschungsfahrt hielt sich die .Valdivia“ auch fast drei Monate in subantarktischen Gewässern auf. Es wurde die von dem Franzosen Bouvet 1793 entdeckte und danach wieder verschwundene Bouvet-Insel wieder gesichtet. Das Eiland wurde vom Meer aus vermessen – wegen widriger Wetterverhältnisse konnte nicht an Land gegangen werden. Des weiteren wurde der Kerguelen-Archipel sowie die Inseln St. Paul und Arnsterdam besucht. Nach Sichtung von Eisbergen und Packeis nahm die .Valdivia“ wieder Kurs nach Norden. Das Schiff war nicht für polare Gewässer geeignet und ausgerüstet. Postalisch – philatelistisch lässt sich dieser Reiseabschnitt durch Postaufgaben in Kapstadt oder Padang (Niederländisch-Indien) belegen. Es gab verschiedene spezielle Bildpostkarten mit meist fantasievollen Darstellungen und ironischen Versen . Während der ganzen Reise wurde auf den Post stücken ein zweizeiliges Expeditionscachet angebracht : ,,Dampfschiff VALDIVIA / Deutsche Tiefsee-Expedition.

Neben den Tiefenmessungen war die Ausbeute an bis dahin nicht gekannten Exemplaren der Tiefseefauna enorm. Die wissenschaftliche Auswertung der Expedition nahm 40 Jahre in Anspruch! Prof Dr.Chun lehrte noch einige Jahre Zoologie an der Universität Leipzig. Die .. Valdivia“ wurde in den 20er Jahren verschrottet.

Die Reiseroute der „Valdivia“
Abfahrt von Hamburg (31.7.1898) – Edinburgh (3.8.) – Färöer-Inseln umfahren (7.8.) – Teneriffa, Kanarische Inseln. Übernahme von Stückkohle in Gran Canaria (20.-22.8) – Victoria, Kamerun (15.-19.9.) -? Duala?, Kamerun.20.-25.9. In Kamerun begegnete man dem deutschen Marinefahrzeug SMS „Habicht“, das die Marine-Schiffspost MSP 9 an Bord hatte. Die Reise ging weiter über Banana, Kongomündung (1.-5.10.) – Grosse Fischbay (Tigerbai), Portugiesisch-Westafrika (10.-12.10.) – Kapstadt (26.10.) – Port Elizabeth (29.-31.10.) nach Kapstadt (6.-13.11.). Deutsch-Südwestafrika wurde nicht angelaufen.

Auf dem Weg nach Süden wurde die Bouvet-Insel wiederentdeckt (26.11. Rundfahrt) und vermessen. Die Lage der Insel wurde mit 54°26’04“ S – 3°24’02“ E bestimmt. – Am 16.12. wurden erste Eisberge gesichtet. Die durchgeführten Tiefenmessungen ergaben Meerestiefen zwischen 4.000 und 6.000 m. Wegen der grossen herantreibenden Eisberge wurde auf Nordkurs gegangen. Der südlichste Punkt, den die Expedition erreichte, war. 64°13′ S – 53°11′ E. Weiter ging die Fahrt zum Gazelle-Hafen, Kerguelen-Inseln (24.-29.12.) – St. Paul-Insel (3.1.1899) – Neu-Amsterdam-Insel (4.1.) – grösste Tiefe mit 5914 m gemessen (14.1.) [Dr. Bachmann beigesetzt] – Kokos-Inseln (17.1.) und nach Padang (Emma-Hafen), Sumatra (22.-30.1.). Es wurde Stückkohle übernommen. Hier traf man auch das deutsche Marinefahrzeug SMS „Bussard“, das die Marine-Schiffspost MSP 2 an Bord hatte. Postaufgabe Padang 31.1.99

Die nächsten Häfen waren Ceylon, Postaufgabe in Colombo ?2.99 (diese Post erreichte Kiel am 26.6.99) – Malediven (13.2.) – Diego Garcia (23.-25.2.) – Mahl, Seychellen (5.3., das war ein Sonntag). Der deutsche Konsul, Dr. Brooks, gab die Post am 6. und 7.3.99 auf den Seychellen auf – Dar-es-Saalam (15.-21.3.) Postaufgaben zwischen dem 16. und 21.3.99. – Suezkanal. Übernahme von Stückkohle in Port Said – Hamburg (Ankunft am 1.5.1899).

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