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1. Januar 2000 / PolarNEWS

King George Island

Die Insel wurde am 16. Oktober 1819 von William Smith im Namen von König Georg III von England in Besitz genommen. Im 19. Jahrhundert war es oft von Robbenfängern besucht, ehe 1821 Bellingshausen, 1840 Dumont d’Urville, 1839 Wilkes und 1874 Dallmann die Insel besuchten.
Die erste Überwinterung auf der Insel fand 1821 statt.
Bis heute wurden dort 18 Forschungsstationen errichtet, von denen gegenwärtig noch acht in Betrieb sind.

Nordwestlich der Nordspitze der Antarktischen Halbinsel liegt die Gruppe der Südshetlandinseln, die durch die Bransfield-Strasse vom nördlichsten Ausläufer Antarktikas getrennt ist. Die Südshetlands bilden eine 450 km lange Kette von 11 Hauptinseln und vielen Riffen,die sich in Nord-Südrichtung hinziehen. Dieses Archipel besteht hauptsächlich aus der nördlich gelegenen grösseren King-George- Insel, den Nelson- und Greenwich- Inseln und der südlich gelegenen Livingston- Insel.
Auf der Inselgruppe herrscht ein maritim-antarktisches Klima,welches kalt ,feucht und stürmisch ist. Etwa 25 Tage im Monat fällt Niederschlag, es ist trübe und die relative Luftfeuchtigkeit beträgt etwa 90 Prozent.

King- George- Insel : Das ist die englische Bezeichnung, die sich allgemein für die Insel durchgesetzt hat. Russisch wird die Insel als Waterloo-Insel geführt. Bellingshausen gab 1819 der Insel diesen Namen. Die argentinische Bezeichaung lautet auf „Isla 25 de Mayo“. Die Chilenen nennen die Insel “Rei Jorge“.

Die‘ King- George- lnsel ist 78 km lang und zwischen 9 und 26 km breit. Sie ist teilweise vergletschert. Im Südwesten der Insel an der Maxwell-Bay liegt die Fildes- Halbinsel, die 12 km lang und 2 bis 4 km breit ist. Im Sommer ist diese Halbinsel eisfrei. Hier befinden sich einige Antarktisstationen auf engem Raum zueinnder. Damit erhebt sich die Frage, welchen Sinn diese enge Anhäufung von Forschungsstationen auf der King- George-Insel hat. Scheinbar ist es nur die verkehrsgünstige Lage am Rande Antarktikas.

Station G – Admiralty Bay
Grossbritannien errichtete am 25.1.1947 mit dem F/S. „Trepassey“ -die erste Station auf King-George. Doch schon am 23.3.1947 mussten die beiden britischen Meteorologen wieder evakuiert werde. Die Base wurde am 18.1.1948 durch das FIS. „Joha Biscoe“ wieder aufgebaut. Sie stand am östlichen Ufer der Admiralty Bay bei 62° 05′ südlicher Breite und 58° 25′ westlicher Länge. Bis zum 17.Januar 1961 war die britische Forschungsstation in Betrieb. Sie besass ein Postamt.
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Station Bellingshausen
Die UdSSR richtete im Februar 1968 durch das F/S. „Prof. Wiese“ die Station „Bellingshausen“ bei 62° 15′ südlicher Breite und 58° 50′ westlicher Länge an der Maxwell Bay ein. Der 22.2.68 gilt als Eröffnungstag. Erster Stationsleiter war A.B.Budretzki. Diese Station sollte schon 1959 eingerichtet werden. Die UdSSR betreibt auf der Station Forschungen in den Bereichen Meteorologie, Glaziologie, Geophysik und Biologie.
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DDR- Biologen auf der King-George-Insel: Seit 1979 betreibt die DDR mit Hilfe der UdSSR von der Bellingshausen-Station aus biologische Forschungen auf den Südshetlands, die im Rahmen des BIOMASS-Programmes tätig sind, einige überwinterten sogar.

Station „Teniente Rodolfo Marsh“
(später wieder Station Presidente Eduardo Frei)
Chile hat diese Station, deren Koordinaten mit 62° 12′ südlicher Breite und 58° 54’westlicher Länge angegeben werden, am 7.3.1969 in der Nähe der sowjetischen Station Bellingshausen errichtet.Es gibt dort eine Landebahn für Grossraumf’lugzeuge. Bereits von 1969 bis 1980 hiess die Forschungsbase Presidente Eduardo Frei“. 1980 erhielt die Station, die der chilenischen Luftwaffe untersteht, den Namen „Base Aerea Antartica Teniente Rodolfo Marsh“. Chile hat diese Station so aufgebaut, dass hier auch die Frauen und Kinder der Polarforscher leben können. Es gibt ein Hotel, wo die mit Flugzeugen anreisenden Touristen kurze Zeit wohnen.Durch diese „Besiedlung“ ergibt sich eine starke Beanspruchung der Naturräume der Fildes-Halbinsel.Station Henryk Arctowski

Station „Henryk Arctowski“
Polen eröffnete am 26.2.1977 an der Westseite der Admiralty Bay am Thomas Point ihre Station „Henryk Arctowski“, die die Koordinaten von 62° 09′ südlicher Breite. und 58° 28′ westlicher Länge besitzt. Sie liegt etwa 40 km von Bellingshausen entfernt. Auf der polnischen Station werden hauptsächlich biologische Forschungen betrieben, dazu noch meteorologische und geophysikalische Untersuchungen. 31 Bauten bilden die Station. Die polnische Station besitzt kein Postamt.
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Station „Cientifica Teniente Jubany“
Argentinien hat 1982 seine ehemahlige Schutzhütte an der Maxwell Bay in eine ständig besetzte Forschungsstation umgewandelt. Die Station steht am Eingang der Maxwell-Bucht bei 62° 14′ südlicher Breite und 58° 40′ westlicher Länge. Sie besitzt seit 1983 ein Postamt mit Poststempel . In der Nähe der argentinischen Station befinden sich die argentinischen Schutzhütten Gurruchaga und Ballve.

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Dallmann Labor : Argentinisch- deutsches Gemeinschaftsprojekt. Neuartig an der Zusammenarbeit im Dallmann-Labor ist die vollständige Integration beider Partner: Die Besetzung des Labors ist paritätisch.

Station „Estacao Antartica Commandante Ferraz“

Im Januar 1984 legte das brasilianische F/S. „Barao de Teffe“ im Inneren der Admiralty Bay an, um Materialien zum Aufbau der brasilianischen Antarktisstation zu entladen. Die Station besteht aus acht Hüttenelementen aus galvanisiertem Stahl, die auf einem Unterbau installiert sind,dessen Höhe hydraulisch reguliert werden kann. Am 6. Februar 1984 wurde die Station eröffnet, die die Koordinaten von 62°05’südl.Breite und 58° 23,5′ westl.Länge hat. Die Base „Commandante Ferraz“ hat ihren Standort in der Nähe der jenen der britischen Base G.
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Station „Great Wall“
Die 1.Chinesische Antarktisexpedition CHINARE I errichtete ab 30.Dezember 1984 mit einigen hundert Helfern auf der Ostseite der Fildes- Halbinsel ihre Station „Great Wall“ (Grosse Mauer). Sie liegt etwa zwei Kilometer von der sowjetischen Station Bellingshausen entfernt auf der Position von 62° 13′ südlicher Breite und 58° 55′ westlicher Länge. In der Saison 1984-85 wurde auf der Forschungsbasis nicht überwintert. Bereits in der Aufbauphase war ein Postamt tätig.

Station „Artigas“
Uruguay errichtete in der Antarktissaison 1984-85 seine Antarktisstation „Artigas“ in der östlichen Maxwell Bay. Sie bestand damals aus drei Containerhütten. Die Forschungsbase wurde wieder verlassen, es kam zu keiner Überwinterung.

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