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1. Januar 2000 / PolarNEWS

SAE 3 der Sowjetunion

1958 : SAE 3 E.I.Tolstikov Ablösung der Station Mirny
Im Herbst 1957 begibt sich als erstes Schiff der Eisbrecher „OB“ auf den Weg in die Antarktis. Das Schiff verliess am 27.9.1957 den Hafen von Kaliningrad. Der erste Teil der 3. SAE mit ihrem Expeditionsleiter Prof. Jewgeni I. Tolstikow befand sich an Bord des Dieselelektroschiffes. Schon am 18.11.1957 erreichte der „OB“die Station Mirny. Am 1.11.1957 legte das zweite Expeditionsschiff, die „KOOPERAZIJA“, am Kai des Kaliningrader Hafens ab. An Bord befinden sich die neuen Motorschlitten vom Typ „Pinguin“ (240 PS) und Ganzmetalllastschlitten. Beim Zwischenaufenthalt in Kapstadt (Südafrika) kam es zu einem Treffen mit der japanischen Antarktisexpedition, die hier Zwischenstation machte. Am 22.12.1957 traf die „KOOPERAZIJA“ in der Antarktis ein. In Mirny beginnen die Entladearbeiten. Im Rahmen der meteorologischen Forschungen in der Antarktis werden am 31.12.1957 von Bord des „OB“ zwei meteorologische Raketen gestartet, die eine Höhe von ca. 90 Kilometer erreichten. An der sowjetischen Expedition beteiligt sich der amerikanische Meteorologe Robin vom Zentralen Wetterbüro in Washington. Ein Schlittenzug unter Prof. Tolstikow verlässt am 26.12.1957 die sowjetische Hauptstation. Mit neuen Schlitten soll eine weitere Forschungsstation im Inneren der Antarktis errichtet werden. Die Ablösung für die Station OASIS traf am 4.1.1958 dort ein. Die „KOOPERAZIJA“ bringt die 130 Überwinterer der 2. SAE nach Port Louis auf der Insel Mauritius. Am 10.1.1958 verliess das Schiff Mirny. Es legte am 25.1.1958 in Mauritius an. Ende Januar, am 30.1.1958, besuchte der stellvertretende Leiter des Task Force 43 der US Navy, Mr. Ketchum, mit dem Eisbrecher BURTON ISLAND die sowjetische Hauptstation.

Brief von der Burton Island bei seiner Inspektion von Mirny mit Abstempelung Burton Island und der Station Mirny

Einen Tag später ankert die dänische THALA DAN unter Kapitän Kai Hinberg auf der Mirnyer Reede. Zu Besuch weilten die Teilnehmer der australischen Antarktisexpedition unter Phillipp Law. Der Eisbrecher „OB“ begab sich unter W.G. Kort zu ozeanographischen Forschungen auf eine Fahrt, die bis zur Ross-See führte. Im Februar 1958 brachte dieses Schiff die sowjetischen Teilnehmer zur Antarktiskonferenz nach Neuseeland. Am 11.2.1958 kehrte die „KOOPERAZIJA“ aus Mauritius zurück. Zwei Tage später verliess das Schiff mit den restlichen Überwinterern und Bauarbeitern die Station Mirny in Richtung Heimat. In der Zwischenzeit sind die Forschungsarbeiten in vollem Gange. Der „WOSTOK“-Schlittenzug, er war für Raupenfahrzeuge stark, begab sich mit Beginn des antarktischen Sommers auf neue Fahrt. Er erreichte Anfang Dezember 1957 den geomagnetischen Pol bei 78° 27′ Süd und 106° 52′ Ost. Dort wurde in 1400 km Entfernung von der Küste die neue Station WOSTOK aufgebaut und am 16.12.1957 offiziell eröffnet. Die Station liegt in 3488 m Höhe. Die Eisdicke beträgt aber 3700 m, d.h., der Boden liegt unter dem Niveau des Meeresspiegels. Sieben Gebäude entstanden im Laufe der Jahre.

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Brief mit den Abschlägen aller sowjetischen Antarktisstationen mit Postamt : Mirnyi, Oasis, Pionierskaya, Komsomolskaya, Sowjetskaya und Wostok

Der Schlittenzug unter Prof. Tolstikow, der am 26.12.1957 die Station Mirny verlassen hatte, erreichte am 15.1.1958 die Station KOMSOMOLZKAJA. Dort war Genosse Fokin Stationsleiter. Bis zum 31.1.1958 dauert der Zwischenaufenthalt in KOMSOMOLZKAJA. Dann geht die Fahrt in unbekanntes Gebiet weiter. Am 16.2.1958 wird bei 78° 24′ Süd und 87° 35′ Ost Halt gemacht. Dort entsteht auf dem Inlandeis in 3660 m Höhe und 1420 km von der Küste entfernt die neue Station SOWJETSKAJA. Die Eisdicke betrug dort 1830 m. Vier Wissenschaftler überwinterten dort. Erster Stationsleiter war W.K. Babarykin. Da diese Station nur ein Jahr bis 1959 bestand, ist die Post von SOWJETSKAJA sehr selten. Anfang Dezember 1958 verliessen neue Schlittenzüge die Station KOMSOMOLZKAJA, um nun endlich die Station am „Pol der relativen Unzugänglichkeit“ zu errichten. Über eine Strecke von 800 km geht der Weg, bis am 14.12.1958 das Ziel erreicht ist. Dort entsteht die siebente sowjetische Antarktisstation in 3719 m Höhe und 2200 km von Mirny entfernt. Von der Station „Poljus Nedostupnosti“, so lautet der russische Name, sind keine Postbelege bekannt, da kein Postamt bestand. Die Station OASIS wurde mit Ablauf des Internationalen Geophysikalischen Jahres am 17.11.1958 geschlossen, da die UdSSR die Zahl ihrer Stationen verringerte. Doch gibt es noch Post von OASIS, die am 2.1.1959 datiert ist. In der Saison 1957-58 soll es auf der Hauptstation Mirny einen Einschreibedienst gegeben haben.

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Mirny 1.1.1958

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