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30. September 2004 / PolarNEWS

– 2004 – 09 Kosmischer Beschuss, Satelliten gegen Eisberge

01.09.2004 Kosmischer Beschuss: Riesige Einschlagskrater in der Antarktis entdeckt

Unter dem Eispanzer der Antarktis haben Wissenschaftler gewaltige Einschlagskrater entdeckt. Vor nur 780.000 Jahren, so ihre These, ist ein Asteroid oder ein ganzer Schwarm kosmischer Geschosse auf den Kontinent niedergegangen.
Bei der Suche nach Anomalien unter der Eisdecke der Antarktis stiessen Forscher der Technischen Universität Delft auf Erstaunliches. Die Satellitenbilder zeigten ein Gebiet von etwa 2000 mal 4000 Kilometern, das von mehreren Einschlagskratern durchlöchert war. Der grösste Krater habe im Eispanzer der Antarktis ein Loch mit 322 Kilometer Durchmesser hinterlassen, sagte Frans van der Hoeven, Leiter des niederländischen Forscherteams, auf dem Kongress der International Geographical Union in Glasgow.
Die Löcher seien entweder von einem Asteroiden, einem Kometenschwarm oder deren Bruchstücken geschlagen worden, sagte van der Hoeven einem Bericht der britischen BBC zufolge. Die Katastrophe habe sich auf den gesamten Globus ausgewirkt: Die gewaltige Hitze der herabstürzenden Brocken habe etwa ein Prozent des antarktischen Eises schmelzen und die Meeresspiegel um 60 Zentimeter steigen lassen.
Eine überraschende Erkenntnis: Der Geschosshagel ging den Daten der Forscher zufolge vor nur 780.000 Jahren auf die Erde nieder – zu einer Zeit, als bereits Vorfahren des modernen Menschen existierten. Eine damals herrschende Eiszeit habe die Folgen des kosmischen Beschusses aber abgemildert, glaubt van der Hoeven. Die Eisberge in den Ozeanen hätten selbst grosse Flutwellen ausgebremst.

06.09.2004 Satelliten – Eisberge im Visier
Mit einem speziellen Funktionsmodus eines Radarsystems kann der europäische Erdüberwachungssatellit Envisat jetzt in der Antarktis die Wanderung von Eisbergen direkt beobachten. Im so genannten Global Monitoring Mode (GMM) beträgt die Auflösung zwar nur einen Kilometer. Dafür jedoch liefert GMM 14 Bilder pro Tag und kann zudem durch dicke Wolkendecken wie auch winterliche Dunkelheit blicken – nach Ansicht von Forschern ideale Voraussetzungen, um damit die komplexe Odyssee einzelner Eisbrocken nachzuvollziehen. So war im April 2000 die legendäre Scholle B-15, halb so gross wie das Land Hessen, vom antarktischen Ross-Eisschelf abgebrochen. Inzwischen haben sich eine ganze Reihe weiterer Eisberge von ihr abgespalten. Ihr je nach Grösse ganz unterschiedlicher Weg kann beispielsweise Aufschluss über Meeresströmungen in verschiedenen Tiefen liefern. Ist GMM einer Eisscholle einmal auf der Spur, können andere Instrumente auch ihre Schmelzrate abschätzen und so wichtige Daten über Süsswassereinflüsse auf Strömungen gewinnen.

 

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