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30. März 2010 / PolarNEWS

– 2010 – 03 Walforschung, Garnelen, GLONASS-Navigation

15.03.2010 Antarktis-Expedition: Wale erforschen – ohne Blutvergiessen

Sechs Wochen lang hat ein internationales Walforscherteam die Antarktis durchquert. Die Wissenschaftler haben eine grosse Menge an Daten über die Meeressäuger gesammelt – ohne einen einzigen Meeressäuger zu töten, so wie es Japan nach wie vor für nötig hält.
Wellington – Eine internationale Wissenschaftlergruppe ist von einer sechswöchigen Expedition aus der Antarktis zurückgekehrt. Eine wichtige Botschaft: Es gibt effektive Methoden, um wichtige Daten über Wale zu sammeln – ohne sie zu töten. Kritiker Japans, das unter dem Vorwand der Forschung jedes Jahr Hunderte Wale erlegt und damit das seit 1986 geltende Walfangmoratorium unterläuft, dürften sich in ihrer Meinung bestärkt fühlen.
Die Forscher aus Australien, Frankreich und Neuseeland kehrten mit einer reichen Beute zurück: Sie zählten vorwiegend Buckelwale, machten unzählige Fotos, entnahmen Gewebeproben und statteten rund 30 Tiere mit Satellitensendern aus. Zudem beobachteten die Wissenschaftler die Wanderungen der Tiere im Pazifik. Es sei überflüssig, Wale zu Forschungszwecken zu töten, sagte auch der australische Umweltminister Peter Garrett, dessen Regierung das fünfjährige Programm initiiert hat. Es wird von der Internationalen Walfangkommission (IWC) unterstützt.
Ein Sprecher der japanischen Fischereibehörde in Tokio widersprach: Es gebe durchaus Daten, die man nur nach dem Tod der Wale erheben könne, sagte er – etwa das Alter, den Mageninhalt und die Fruchtbarkeit. Jährlich töten japanische Walfänger etwa tausend Tiere. Nach Angaben von Greenpeace hat Japan im Rahmen des angeblich wissenschaftlichen Walfangs in den vergangenen 22 Jahren mehr als 9000 Zwergwale getötet.
Tierschützer halten das Vorgehen Tokios für eine Farce, denn es ist ein offenes Geheimnis, dass Japan die getöteten Wale anschliessend zum Verzehr freigibt. Immerhin hat das internationale Wissenschaftlerteam auch eine positive Nachricht: Die Forscher fanden Hinweise darauf, dass sich einige Buckelwalpopulationen wieder erholt haben. Allerdings sei die Zahl der Blauwale in der Antarktis um etwa zwei Prozent gesunken.
Vergangenen Freitag hatte die japanische Küstenwache einen neuseeländischen Walfanggegner festgenommen, weil das Mitglied der Tierschutzorganisation Sea Shepherd unbefugt ein japanisches Walfangschiff gestürmt habe.

17.03.2010 Garnele in eisigen Tiefen unter Antarktis entdeckt

Unter dem Eispanzer der Antarktis, wo kein Sonnenstrahl sich hin verirrt, hatten die Wissenschaftler bestenfalls ein paar Mikroben erwartet. Umso mehr staunten sie, als sie in gut 180 Meter Tiefe im absoluten Dunkel höhere Lebensformen entdeckten: ein garnelenähnliches Geschöpf und eine Qualle.
Ein Team der NASA hatte eine Videokamera hinabgelassen, um erstmals einen ausführlichen Blick auf die Unterseite eines Eisschelfs in der Antarktis zu werfen. Da kam ein kurioses garnelenartiges Wesen angeschwommen und liess sich auf dem Kamerakabel nieder. Auch ein Tentakel zogen die Forscher aus der Tiefe, das nach ihrer Einschätzung von einer etwa 30 Zentimeter langen Qualle stammt.
Wissenschaftler vollkommen überrascht
„Wir waren von der Annahme ausgegangen, dass da nichts ist“, berichtet der Eisforscher Robert Bindschadler, der die Forschungsarbeit und ein Video auf einer Tagung der Amerikanischen Geophysikalischen Vereinigung vorstellen wollte. Und dann das: „Das war eine Garnele, wie man sie gern auf dem Teller hätte.“ Knapp acht Zentimeter lang ist das orangefarbene Wesen. „Wir waren richtig verrückt.“
Leben unter schwierigsten Bedingungen
Genaugenommen ist es keine Garnele, sondern ein entfernter Verwandter, ein Kleinkrebs. Die Wissenschaftler sprechen von einer Amphipoda der Gruppe Lysianassidae. Das zweiminütige Video aus den Tiefen der Antarktis mit dem garnelenähnlichen Hauptdarsteller dürfte Fachleute noch einmal darüber nachdenken lassen, was sie über Leben in unwirtlicher Umgebung zu wissen glauben. Wenn solch ein Tier 180 Meter unter der Antarktis in eisigem dunklen Wasser gedeiht, so spekulieren Wissenschaftler, was ist dann mit anderen lebensfeindlichen Orten? Was ist mit dem eisigen Jupitermond Europa?
„Keine Vorstellung, was da unten vorgeht“
„Sie haben sich vergleichsweise einen Tropfen Wasser in einem Schwimmbecken angesehen, in dem man kein Leben erwarten würde. Und sie haben nicht ein Tier gefunden, sondern zwei“, sagt die Meeresbiologin Stacy Kim von den Moss Landing Marine Laboratories in Kalifornien, die später zu dem NASA-Team dazustiess. „Wir haben keine Vorstellung davon, was da unten vorgeht.“ Auch der Mikrobiologe Cynan Ellis-Evans findet die Entdeckung faszinierend. „Etwas so hoch Entwickeltes in subglazialer Umgebung, das ist eine Premiere.“ Es habe schon ähnliche Funde gegeben, die komplexes Leben an zurückweichendem Eisschelf zeigten, doch noch niemals direkt unter dem Eis wie hier. Ellis-Evans hält es für möglich, dass die Tiere von weither angeschwommen kamen und nicht ständig dort leben.
Grosses Rätsel bleibt
Doch Kim, Ko-Autorin der Arbeit, bezweifelt das: Der Fundort liegt mindestens 19 Kilometer vom offenen Meer entfernt. Bindschadler bohrte ein Loch mit gerade 20 Zentimetern Durchmesser und betrachtete nur eine winzige Menge Wasser. Damit sei es unwahrscheinlich, dass zwei Lebewesen aus grosser Entfernung hergeschwommen und rein zufällig in diesem kleinen Ausschnitt gefangen wurden, meint Kim. Doch die Experten rätseln, wovon sich diese Geschöpfe wohl ernähren. Zwar können manche Mikroben sich Chemikalien im Meerwasser selbst zu Nahrung umwandeln, doch komplexere Lebensformen wie Amphipoden vermögen das nicht, wie Kim erklärt. Was also hält sie am Leben? Das sei die grosse Frage, meint die Biologin. „Es ist schon erstaunlich, ein so grosses Rätsel auf einem Planeten zu finden, wo wir alles zu wissen glaubten.“

22.03.2010 : [RU] Neue Antenne in Antarktis soll GLONASS-Navigation präziser machen

Der russische Wetterdienst Roshydromet hat gemeinsam mit der Raumfahrtbehörde Roskosmos eine neue Antenne in der Antarktis aufgestellt, die die Präzision des nationalen Navigationssystems GLONASS erhöhen soll.
Die Antenne sei im Februar in der arktischen Station Nowolasarewskaja installiert worden, teilte Roshydromet-Chef Alexander Frolow mit. Sie solle die Umlaufbahnen der GLONASS-Satelliten korrigieren und damit die Navigationsdaten für die Nutzer genauer machen.
Die neue Anlage sei vor allem auf die Satelliten zugeschnitten, die über der westlichen Halbkugel kreisen und vom russischen Territorium aus unsichtbar seien.
Das russische Navigationssystem GLONASS, Konkurrent des US-amerikanischen GPS, ist seit 1993 im Betrieb und dient der Positionsbestimmung und Navigation sowohl im militärischen als auch im zivilen Bereich. Derzeit befinden sich 19 funktionsfähige GLONASS-Satelliten im All. Für eine lückenlose Abdeckung des russischen Territoriums reichen 18 Satelliten aus, für die globale Navigation sind mindestens 24 erforderlich.

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