Skip to content
30. Juli 2010 / PolarNEWS

– 2010 – 07 Kälterekord bei Neumayerstation

15.07.2010 : Minus 50,2 Grad: Kälterekord bei deutscher Antarktisstation

Während Deutschland unter der aktuellen Hitzewelle stöhnt, hat die deutsche Forschungsstation in der Antarktis einen Kälterekord verzeichnet. „Mit minus 50,2 Grad Celsius ist dort der niedrigste Wert seit mindestens 29 Jahren erreicht worden“, sagte der Polar-Meteorologe des Bremerhavener Alfred-Wegener-Institutes (AWI), Gert König-Langlo.
Normalerweise sei es in der Mitte des antarktischen Winters etwa 20 Grad Celsius wärmer als jetzt. Der Kälterekord sei aber keine Erscheinung des Klimawandels, sondern ein regionales Wetterphänomen.
Erstmals unter Minus-50-Grad-Marke
Seit dem Bau der ersten Neumayer-Station des AWI vor 29 Jahren wurden nur zehnmal ähnlich niedrige Temperaturen in der Antarktis gemessen. „Erstmals sind wir jetzt unter die Minus-50-Grad-Grenze gerutscht, so König-Langlo.
Windböe könnte Phänomen beenden
Der Kälterekord ist Ergebnis einer besonderen Wetterlage. „Ursache war das anhaltend wolkenfreie und windarme Wetter, das in der Region sehr selten ist“, so König-Langlo. Unmittelbar über der Eis- und Schneedecke bildet sich dann extrem kalte Luft, während die Temperaturen nur 100 Meter darüber um 20 Grad höher sind: „Da reicht eine Windböe aus, um das Phänomen zu beenden.“
Ähnlich wie die Hitze in Norddeutschland erschwert die Kälte in der Antarktis das Arbeiten erheblich. „Motoren lassen sich dann kaum noch betreiben“, so König-Langlo.
Temperaturen bis minus 90 Grad Celsius
Allerdings ist die deutsche Neumayer-Station an der Küste der Antarktis noch verhältnismässig gut dran. Der Kältepol der Erde wird seit rund 30 Jahren an der russischen Antarktis-Station Vostock gemessen. Im Landesinneren auf 3000 Metern Höhe fallen die Temperaturen bis etwa minus 90 Grad Celsius.

Advertisements
%d Bloggern gefällt das: