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1. Januar 2000 / PolarNEWS

ANTARKTIS XVII 1999-2000

ANTARKTIS XVII  1999-2000 :Nach dem zweiten Teil der Rekonstruktionsarbeiten, die Fast zwei Monate dauerten und 11,1 Millionen Mark kosteten, lief das deutsche Polarforschungsschiff
,,Polarstern” am 14. Dezember 1999 von Brernerhaven in Richtung Kapstadt aus. Am 6. Januar 2000 traf die ,,Polarstern” in Kapstadt ein, wo die Fahrtteilnehmer des zweiten Fahrtabschnittes an Bord gingen. Fahrtabschnitt ANT XVII12 Am 8. Januar abends lief das PFS.”Po1arstern” von Kapstadt in Richtung atlantischer Sektor
des Südpo1arrneeres aus. Da waren einmal meeresgeologische, geophysikalische und ozeanographische Untersuchungen des seegehenden Forschungsprogramms, mehrere Feldprogramme auf Antarktika und die Versorgung und Instandhaltung der Neumayerstation. An Bord waren neben dem nautischen Personal 53 Expeditionsteilnehmer. Der Fahrtabschnitt 2 wird 66 Tage dauern, bis das Schiff wieder in Kapstadt anlegt. Logistikprogramm an der Neumayer-Station
Am 9. Dezember 1999 traf das südafrikanische Antarktisschiff SA ,,Agulhas” vor der Neumayer-Station ein. Es brachte die ersten Wissenschaftler, Techniker und einem Teil der neuen Überwinterungsgruppe. insgesamt 18 Personen. Die beiden deutschen Polarflugzeuge trafen kurz vor Weihnachten 1999 auf der Station ein. Als erstes wurde eine Inland-Traverse zur Errichtung eines wissenschaftlichen Camps auf dem Eis des Dronning Maud Landes (DML) rund 700 km südlich von Neumayer ausgerüstet und auf dem Weg gebracht. Dieses Programm dient der geplanten EPICA- Tiefenbohrung beim Punkt DML 05. Es wurden bereits Treibstoffvorräte und Baumaterialien für die Bohrung auf das Inlandeis transportiert und dort für die kommende Saison deponiert. Erste Bauten wurden errichtet. Nach dem Eintreffen der “Polarstern” im Januar 2000 folgte noch eine Traversefahrt zu DML 05. Die ,,Polarstern” legte am 19 Januar 2000 an der Schelfeiskante der Atka-Bucht an, bis zur Neumayer-Station waren es noch acht Kilometer. Mehr als 20 Fracht- und Messcontainer mussten mit den Pistenbullis zur Station geschleppt werden. Ein zweites Mal kehrte das Forschungsschiff am 26. Februar zur Station zurück, um die letztjährigen Überwinterer und Mitglieder der Sornrnerexpeditionen abzuholen. In anderthalb Tagen ist die Rückladung an Bord und weitere Treibstoffvorräte für die Station abgegeben.Auf Neumayer wurden alle aus dem Schnee herausragenden Bauten wie Lüftungsschächte, Treppenausstiege, Notausgänge und Zufahrtsrampen erhöht. Im Aussenbereich errichtete SteIzenkonstruktionen am Spurenstoffobservatorium, Ballonfüllhalle, Masten, Windkraftanlage und Antennen mussten ebenfalls höher gesetzt werden. Die meteorologische und geophysikalische Observatorien erhielten die erforderlichen Wartungsarbeiten und wurden weiter ausgebaut. Ende Januar 2000 flogen die POLAR-4 zur 221 Kilometer entfernten südafrikanischen SANAE-IV- Station, um weitere Fragen der Zusammenarbeit mit ihren südafrikanischen Nachbarn zu klären, Der Rückflug wurde mit einem der grossen südafrikanischen Helikopter nach der Neumayer-Station unternommen, wodurch gleichzeitig eine südafrikanische Delegation einen Gegenbesuch auf der deutschen Station machen konnte.

Erzeugt mit Guck mal 11.0

EMAGE IV steht für die vierte Kampagne des ,.Eastern (Weddell Sea) Margin Aerophysical Experiment”. Ziel des Projektes sind Anomalien der ozeanischen Kruste zu erkunden, die Aufschluss darüber geben, wie der einstige Superkontinent Gondwana  aufgebrochen ist und welche Mechanismen dabei wirksam waren. Die  Forschungen werden noch mindestens drei weitere Jahre laufen und über SANAE-IV, der norwegischen Station Troll, der russischen Station Novolasarevskaja bis zur japanischen Base SYOWA nach Osten vorangetrieben werden. Die diesjährigen Forschungsflüge fanden von Neumayer und hauptsächlich von der alten slldafrikanischen Station SANAE-III an der Küste aus statt. Dort hatte die ,,Agulhas” 70 Fass Flugbenzin und Ausrüstungen für eine Bodenstation angelandet.
Die dort auf Stelzen stehenden Containerbauten dienten als Unterkunft für die Flugmannschaft. Für das EPICA-Projekt fanden vier Messflüge statt, wo um dem Punkt DML 05 ein kleinräumiges Gitter zur dreidimensionalen Abbildung des Eiskörpers erflogen wurde Für das Forschungsprojekt ,,Antarctic Pack Ice Seals” (APIS) führten die Flugzeuge eine hochauflösende Videokamera mit, deren Aufnahmen Hinweise zur Verteilung und Häufigkeit von Krabbenfresser- und Weddellseerobben lieferte.
Am 5. Februar 2000 begann gegen Mittag eine partielle Sonnenfinsternis. Der Mond schob sich teilweise vor die Sonnenscheibe und verringerte die direkte Sonnenstrahlung für etwa eine Stunde um bis zu 10 Prozent. Die Neumayer-Station gehört zu den 20 Stationen auf der Erde, die sich an einem solaren
Strahlungsmessnetz beteiligen. Messung des Erdmagnetfeldes mit Hubschraubern Eine der Aufgaben während der Meeresexpedition war die Vermessung des Erdmagnetfeldes mittels einer Messsonde, die an einem 25 Meter langen Messkabel unterhalb des Hubschraubers hängt. Kleinere Veränderungen des Magnetfeldes werden durch magnetische Gesteine in zwei bis drei Kilometer Tiefe unterhalb des Meeresbodens verursacht. Ziel der ,,Po1arstem”-Expedition ist es, diese kleinen Veränderungen zu messen. Die Interpretation der magnetischen Abweichungen erlauben den Geophysikern das Alter der ozeanischen Kruste
abzuschätzen.
Zu den weiteren Forschungen auf der ,,Polarstern” gehörten :• Messung der Spurengase in der Atmosphäre mittels solarer Absorptionsspektroskopie,• Schelfeisberge mit Sendern bestücken. um die Strömungsrichtung des Oberflächenwassers des Weddellmeeres zu erfassen,
• Start von ballongetragenen Sonden zur Erfassung der Ozonkonzentration in verschiedenen Höhen,
• Sedimentprobenentnahme und Meeresbodenkartierung, Aussetzen von Strömungsmessern im Riiser-Larsen-Meer zur Erkundung der aktiven Transportbahnen des Tiefenwassers,
• Quecksilber-Dauermessungen durch GKSS-Forschungszentrum auf der ”Polarstern” und auf der Neumayer-Station, wo zwei Quecksilbermessgeräte im Spurenstoffobservatorium aufgebaut wurden.
• Unter belgischer Federführung wurde die Struktur der Sedimentverteilung am Kontinentalrand des östlichen WeddelImeeres untersucht. Dabei gewannen die Forscher 153 Meter Sedimente.
Ein Teil der Überwinterer der 19.Expedition sind mit dem südafrikanischen Polarschiff RS. ”S.A. Agulhas” schon im Februar 2000 nach Kapstadt zurückgekehrt.Mitte März 2000 ist die “Polarstern” zum 3.Fahrtabschnitt ANT XVII von Kapstadt in Richtung Westantarktis (Weddellmeer, Jubany, Rothera) mit Endpunkt Punta Arenas ausgelaufen.
“Polarstern”-Expedition ANT XVII/3 und 4 Zum Fahrtverlauf des 3. Fahrtabschnittes Mitte März 2000 lief die ,,Polarstern” zum 3.Fahrtabschnitt in Richtung Weddellmeer aus. Die Ökosysteme am Meeresboden wurden untersucht. Dabei stellte man. fest, dass einige Organismen am Meeresboden nur von den herabrieselnden organischen Stoffen leben, die sie aus dem Wasser herausfiltern. Forschungsgegenstand waren auch die Schneisen, die driftende Eisberge am Meeresboden reissen. Es gab zerstörte Areale ohne Leben und auch solche, die sich im fortgeschrittenen Erholungsstadien befanden. Da die ,,Polarstern” wegen eines Maschinenschadens vorzeitig das Weddellmeer ver1assen musste, führten die Forscber noch einige Experimente an der Südspitze der Antarktischen Halbinsel durch Während der Rückfahrt nach Puma Arenas flog ein deutscher Helikopter nach Bellingshausen. Vorher gab es ähnliche Flüge zur argentinischen Station Jubany, wo am dortigen Dallmann-Labor deutsche Robben-Biologen arbeiten. Seit 1991 arbeiteten Forscher aus Jena in der Westantarktis. In dieser Saison wurden die ornithoökologischen Untersuchungen auf King George Island zur Rolle der grossen Raubmöwe Skua, der Buntfusssturmschwalbe und der Dorninikanermöwe im örtlichen Ökosystem fortgesetzt. Die Ausgangspunkte für diese Forschungen waren die russische Station Bellingshausen und das deutsch-argentinische Dallmann-Labor auf der Station Jubany. Eine Gruppe arbeitete erstmals auf Penguin Island und der Livingston-Insel, wo sie im Auftrage des Bundesumweltamtes die Einflüsse des Menschen auf die antarktische Natur untersuchten. Dort wurden jeweils Zeltcamps errichtet. Leider gab es auf Livingston Island keine Möglichkeit die spanische oder bulgarische Station zu erreichen. 

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