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1. Januar 2000 / PolarNEWS

Expeditionen von Indien

Indien (als Gastforscher)

  • 1972: In diesem Jahr war das erste Mal ein Inder als Gastforscher tätig.

Indien (durchgehend von 1984 bis heute)

  • 1982 : Indiens erste Antarktisexpedition
    Von der Öffentlichkeit unbemerkt startete Indien seine erste Antarktisexpedition. Das Unternehmen verlief unter dem Codenamen „Operation Gangotri“ und begann am 6. Dezember 1981 mit dem Auslaufen des norwegischen Polarschiffes „Polarsirkel“ aus dem Hafen von Goa. Leiter der Expedition war Dr. S.Z. Qasim vom Umweltministerium, seine Stellvertreter waren Dr. H.N. Siddiqi, ein Geologe, und C.P. Vohra, stellvertretender Direktor des geologischen Dienstes von Indien. In Zusammenarbeit mit dem norwegischen Norsk Polarinstitutt wurde die Expedtion in aller Stille vorbereitet. Da als Operationsgebiet das Queen Maud Land ausersehen war, das von Norwegen beansprucht wird, war eine Zusammenarbeit mit diesem Land ratsam. Zur Vorbereitung wurden die Teilnehmer im Himalaya geschult und mussten anschliessend eine „Testfahrt im Golf von Bengalen absolvieren. Unter der Leitung von Kapitän J. Pjortoft Verliess die Polarsirkel am 6. Dezember 1981 den Hafen von Goa. Port Louis auf Mauitius wurde am 16. Dezember erreicht und am 22. Dezember in Richtung Antarktis verlassen. Bei 60°südlicher Breite traf die Polarsirkel auf starkes Packeis, was den weiteren Verlauf der Expedition naturgemäss verzögerte. Man entschloss sich, dem Weg der japanischen Fuji zu folgen, die kurz zuvor einen Weg durch das Packeis gebrochen hatte. Mit Hilfe ihrer Hubschrauber gelang es der Polarsirkel schliesslich, einen Weg durch das dicke Eis in Richtung der sowjetischen Station Molodjoshnaja zu finden. Am 8. Januar 1982 erreichte man die Eiskante und konnte am 9. Januar gegen 12.30 Uhr die Expeditionsteilnehmer an Land setzen. EineinhaIb Kilometer von der Eiskante entfernt wurde eine Basis errichtet und die indische Flagge gehisst und eine unbemannte Wetterstation mit dem Namen „Dakshin Gangtori“ errichtet. Am 19. Januar ver liess die Expedition wieder die Antarktis und erreichte Mauritius am 9. Februar. Am 21. Februar endete die Expedition Indien.
  • 1983 : Zweite Indische Antarktis-Expedition 1982-1983
    Die zweite indische Antarktisexpedition verliess  Ende November/Anfang Dezember 1982 wiederum an Bord der norwegiscben „Polarsirkel“ den Hafen von Goa (unterschiedliche Quellen nennen als Abreisedatum den 27.11., 30.11., 1.12. und 3.12.1982).Sie stand unter Leitung von V.K.Raina, dem Direktor des Geological Survey of India, und umfasste 22 Wissenschaftler (darunter 1 Frau und 4 Teilnehmer der ersten Expedition) sowie 6  Techniker;  hinzu kamen die 12 Mann der norwegischen Schiffsbesatzung. Über Mauritius gelangte die Expedition am 28.12.1982 an die Küste Antarktikas. Am 1.1.1983 wurde die sowjetische Station Novolazarevskaya besucht, und 8 Tage später erreichten 12 Expeditionsteilnehmer mit Motorschlitten, die mit den übrigen Ausrüstungsgegenständen von den Mitgeführten  indischen Marine-Hubschraubern „an Land“ gebracht worden waren, die ca. 90 km südlich gelegene provisorische Baeis „Dakshin Gangotri“, die am 9.1.1982 errichtet worden war. Dort wurden ,die Zelte durcb in Indien vorgefertigte Hütten aus Glasfasermaterial ersetzt. Mit Hilfe von 4 Schneefräsen und 2 Bulldozern wurde eine Start und Landebahn für Flugzeuge des Type C-130 „Hercules“ vorbereitet, die im März 1983 die Basis anfliegen sollten . Es wurde eine 3048 m lange Landepiste errichtet. Über einen indischen Nachrichtensatelliten wurde eine stabile Funkbrücke mit der Heimat hergestellt.
    Neben diesen logistischen Arbeiten wurde ein breites wissenschaftliches Programm auf dem Festland und an Bord der „Polarsirkel“  bewältigt. Es schloss biologische, geologische, glaziologische, meteorologische und medizinische Arbeiten ein. Im Mittelpunkt stand die Gondwanaland-Theorie, der zufolge ja auch Indien dereinst mit Antarktika einen Ur-Kontinent verbunden, und im Zusammenhang damit Forschungen über den Einfluss  der Antarktis auf Indiens Klima, besonders auf den für seine Landwirtschaft so wichtigen Monsun, sowie über die wirtschaftliche Erschliessung der lebenden Ressourcen des Südmeeres. . Sie wurde um zwei weitere Aluminiumhütten erweitert.  Die Expedition kehrte Ende März nach Goa zurück.
  • 1984 : 3. Indische Antarktisexpedition 1983-1984
    Die dritte indische Antarktisexpedition verliess am 3.12.83 den Hafen von Goa. Sie stand unter der Leitung von Dr. Harsh K. Gupta und umfasste 82 Wissenschaftler und Techniker. Am 27.12.83 wurde das Queen-Maud-Land erreicht, wo sich die Forschungsstation „Dakshin Gangotri“ befindet. Auf ihr werden dieses Jahr erstmals zwölf Expeditionsteilnehmer unter der Leitung von Lt.Col. S. Sharma überwintern.
    Ehe jedoch die wissenschaftlichen Experimente zur Geologie,Geophysik, Biologie, Meteorologie, Meereskunde und Kartographie beginnen, helfen alle mit bei der Errichtung eines Gebäudes für die ständig zu besetzende Station. Eine Forschergruppe von 12 bis 16 Mitgliedern wird dann diese Überwinterungsstation unter Leitung von Lt.Col.S.S.Sharma besetzen. Alle anderen Expeditionsteilnehmer werden nach zwei Monaten die Rückreise antreten. Die Überwinterer sollen dann mit der 4.Expedition im März 1985 nach Indien zurückkehren. Alle Expeditionsteilnehmer sind bei guter Laune, unter ihnen auch die beiden weiblichen Wissenschaftler Dr.Miss Aditi Fant vom NIO aus Goa und Dr.Sudipta Sen Gupta von der Jadavpur Universität. Bisher waren die früheren Teilnehmer in stabilen Zelten untergebracht worden, jetzt werden sie in besonders dafür hergestellten, heizbaren Containern wohnen, welche mit allem Notwendigsten ausgerüstet sind.
    Es sollen Vorbereitungen für die vorgesehene Errichtung der indischen Antarktisstation abgeschlossen werden. Ende 1984 soll diese Forschungsbasis ständig besetzt werden. Indien plant den Kauf eines  eigenen Eisbrechers. In den nächsten Jahren sind ausserdem Flüge nach  Antarktika vorgesehen. Dazu wurde 1983 eine  Landepiste  angelegt.
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  • 1985 :  4.Indische Antarktisexpedition 1984-85
    Indiens vierte Antarktisexpedition steht unter Leitung von Dr. B. B. Bhattacharaya. Sie war am 4.Dezember 1984 mit dem finnischen Polarschiff „Finnpolaris“ unter Kapitän Lasse Kulju vom Hafen Morgugao aus gestartet. Die 82 Mitglieder umfassende Expedition traf Ende Dezember 1984 in der Antarktis ein. Angelandet wurden drei weitere Wohncontainer, die die Antarktisstation „Dakshin Gangotri“ erweiterten. Von der Station soll über den indischen Mehrzwecksatelliten INSAT 1  eine neue ständige Nachrichtenverbindung nach Indien errichtet werden. Von „Dakshin Gangotri“ aus will eine kleine indische Expeditionsgruppe versuchen, den Südpol zu erreichen. Indiens neues, eigenes Polarschiff befand sich Anfang Januar 1985 auf Probefahrt vor Dänemark.
    Die wiederum mit Hil- Fesowjetischer Helikopter entladenen Materialien enthielten u.a. drei weitere Containerhütten für 12 Mann, die von einer Gruppe des indischen Armeeingenieurdienstes unter Oberstleutnant Bajaj in der Station „Dakshin Gangotri“ aufgebaut wurden. Die Gruppe sorgte auch für die Errichtung einer automatischen Empfangsstation für Satellitenbilder zur Wettervorhersage sowie einer Hochfrequenzsendeanlage, die im Notfall die Fernverbindung ersetzen soll, die über den indischen Nachrichtensatelliten INSAT 1B läuft. Schliesslich arbeiteten die Armeeingenieure auch den Plan für einen Marsch indischer Wissenschaftler zum geographischen Südpol auf, der 1985/86 erfolgen soll. Währenddessen absolvierten die Wissensohaftler ihre Saisonaufgaben auf den Gebieten der Meteorologie, der Molekularbiologie, der Ozeanographie, der Biologie und Geologie. Ende Feoruar 1985 trat die Expedition die Rückreise an, 1 3 Überwinterer unter Ooerstleutnant Kumaresh zurücklassend und die 12 Überwinterer von 1983/84 mitführend. Am 25.3.19ö5 traf die „Finnpolaris“ nach einem Zwischenaufenthalt auf Mlauritius am 14.3. wieder in Goa ein.
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  • 1986 : Fünfte indische Antarktisexpedition 1985-1986
    Die Mitglieder der fünften indischen Antarktisexpedltion verliessen am 30.11.1985 den Hafen von Goa an Bord des von Schweden gecharterten MS ThuleLand. Die Expedition stand unter Leitung von Shri M.K.Kaul, eines Geologen des Geological  Survey of India, und umfasste über 80 Personen. Unter ihnen befanden sich 24 Wissenschaftler, einschliesslich zweier Frauen – Aditi Fant, die schon an der dritten Expedition teilgenommen hatte, und Gowri Indresen vom Institute of Technology in Madras. Die Expedition begab sich diesmal auf direktem Wege in die Antarktis, ohne also, wie in den Jahren zuvor, Mauritius anzulaufen. Das erlaubte die Leistungsfähigkeit des neuen Schiffes. Im Gebiet um die ständige Station Dakshin Gangotri, zu der 700 Tonnen Ausrüstung und 2 Hubschrauber geschafft wurden, sowie in den antarktischen Gewässern bewältigten die Wissenschaftler Aufgaben vor allem auf den Gebieten der Meteorologie, der Biologie,der Ozeanographie, der Geologie und der Glaziologie. Es wurden Luftbildaufnahmen vom Wohltat-Massiv gemacht, Wind- und Sonnenenergiesysteme installiert, eine unbemannte Wetterstation errichtet und nach Standorten für zwei weitere Stationen gesucht. In den Gewässern vor der Küste wurden Fangtechnologien für den Krill erprobt und andere Experimente durchgeführt. Am 3.3.1986 trat die Expedition die Rückreise an. Eine 15 Personen umfassende Überwinterungsgruppe unter Leitung von Dr.V.K. Dhargalkar vom National Institute of Oceanography und Oberstleutnant R.Pahuja wurde zurückgelassen, die alte Überwinterungsgruppe unter Oberstleutnant P.Kumaresh in die Heimat zurückgebracht. MS Thuleland traf sm 24.3.1986 wieder in Goa ein.
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  • 1987 :  Sechste indische Antarktisexpedition 1986-1987
    An Bord des schwedischen Charterschiffes MS „Thuleland“ verliessen 90 Personen, davon 25 Wissenschaftler das Heimatland. Die sechste indische Antarktisexpedition verliess am 26.November 1986 den Hafen von Goa an Bord des schwedischen Charterschiffes . „Thuleland“ unter Kapitän Hedlund. Sie wurde von Dr.Arun H.Parulekar, einem Meeresbiologen vom National Institute of Oceanography, der schon an der ersten Expedition teilgenommen hatte, geleitet und umfasste 90 Personen, davon 25 Wissenschaftler. Die Mitglieder der sechsten Expedition führten Forschungsaufgaben in den Disziplinen Geophysik, Geologie, Meteorologie, Geomagnetismus und Biologie aus. Ihr Arbeitsfeld waren das Queen- Maud- Land im allgemeinen und die Schirmacher-Oase und das Wohltatmassiv im besonderen. Von Bord der „Thuleland“ wurden auch meeresbiologische Forschungen durchgeführt. Die Expedition kehrte am 22.März 1987 nach Gos zurück. Sie brachte die 14 Überwinterer der 5.Expedition unter Leitung von Dr. Vinod K.Dhargalkar (er hatte sich in der Saison 1983/84 auf der australischen Station Davis aufgehalten) zurück in die Heimat.  -Die neue Überwinterungsgruppe umfasst 17 Personen.
    Aus New Delhi verlautet schliesslich, dass das schon oft angekündigte „Postamt“ der Station nunmehr im Verlauf der siebenten Expedition eröffnet werden soll, die Goa am 26.November 1987 wieder mit der „Thuleland“ verlassen hat. Im zentralen Teil der Schirmaeher-Oase soll die neue indische Hauptstation aufgebaut werden. Nach neuesten Informationen vom Oktober 1987 aus Kreisen der DDR- Antarktisforschung unterhalten die Inder fünf Kilometer westlich der sowjetischen Station Novolazarevskaja eine weitere Aussenstation.
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  • 1988 : Siebente Indische Antarktisexpedition 1987-1988.
    Am 25.November 1987 verliess die 7.indische Antarktisezpedition an Bord der „Thuleland“ Indien. Sie stand unter der Leitung von Dr.Sengupt vom National Institute of Oceanography und umfasste 92 Personen, davon 52 Angehörige der indischen Streitkräfte. Einen knappen Monat später, am 21.Dezember, erreichte das Expeditionsschiff den antarktischen Kontinent. In den folgenden siebzig Tagen erfüllten die Wissenschaftler Aufgaben auf den Gebieten der Geophysik, der Geologie , der Kartographie sowie der Ozeanographie. Dabei arbeiteten die Inder z.T. mit Wissenschaftlern aus der DDR, Japan und der Sowjetunion zusammen. Zu den wichtigsten Ergebnissen der Expedition gehörte der Baubeginn für die neue, die zweite Station Indiens . Die neue Station liegt im zentralen Teil der Schirmacher-Oase. Die 7. Expedition kehrte am 26. März 1988 nach Goa zurück.
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  • 1989 :  Achte Indische Antarktisexpedition 1988-1989
    Sie stand unter Leitung des Physikers Amitava Sengupta vom National Physical Laboratory verliess am 29.November 1988 an Bord des Charterschiffs „Thuleland“ den Hafen von Mormugao. Die Expedition bestand aus 100 Wissenschaftlern und 80 Militärangehörigen,darunter 40 Soldaten und Offizieren des Heeres unter Oberstleutnant S.Jagannathan, und 29 Mitgliedern des Ingenieurkorps, deren Hauptaufgabe der Aufbau der neuen Station Maitri war.Die neue Base befindet sich bei 70° 45′ Süd und 11° 44’Ost, etwa 80 Kilometer von Dakshin Gangotri entfernt, in der Schirmacher-Oase . Den Aufbau unterstützten 19 Mann der Marine unter Fregattenkapitän A.S.Chauhan und 21 Mann der Luftwaffe unter Oberstleutnant Arune Saxene, der u.a.drei MI-8-Helikopter befehligte. An den wissenschaftlichen Arbeiten in Dahshin Gangotri und Umgebung beteiligten sich Wissenschaftler des National Geophysical Institute, des Indian Institute of Geomagnetism, des National Institute of Oceanohraphy, des Indian Meteorological Institute sowie der  University in Hyderabad.
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  • 1990 :  Neunte Indische Antarktisexpedition 1989-90
    Die 81 Teilnehmer starke 9. Indische Antarktis-Expedition verliess am 30. November 1989 unter Leitung des Geologen Dr. Ravlndra den Hafen von Goa. Als Expeditionsschiffe dienten der norwegische Eisbrecher „Polarbjörn“ und der „Thuleland“, Mit der „Thuleland“ kehrten die Sommerexpedition und die Überwinterer von „Dakshin Gangotrl“ und „Maitri “ am 27.3.90 nach Indien zurück.
    Mit der „Polarbjörn“ führten sie  meereskundliche Forschungen bis in die Westantarktis durch, wo am 27. Januar 1990 an den argentinischen Eisbrecher „Almirante Irizar“ Post übergeben wurde. Der Pressesprecher des Indischen Aussenministeriums berichtete am 10. Januar 1990 von einem schweren Unglück während der 10. Expedition. In einem Camp in den Humboldt-Bergen fanden vier Mitglieder der Expedition durch Kohlenmonoxydvergiftung den Tod. Das Gas kam von einem defekten Elektrogenerator. Bei den Toten handelt es sich um drei Wissenschaftler und einen Verbindungsoffizier der indischen Marine. Darunter war auch der Postmeister der Expedition. Die Inder liessen 23 Überwinterer auf „Maitri“ zurück. Diese Station in der Schirmacher-Seenplatte liegt bei 70°05′ S und 12°00′ E. Während der 9. Expedition wurde ein Postamt auf „Maitri“ eröffnet, welches nur In der Sommersaison geöffnet ist.
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  • 1991 : Zehnte Indische Antarktisexpedition 1990-1991
    Die Expedition, bestehend aus rund hundert Mitgliedern, verliess Goa, Indien, am 25.11.1990. Wie schon in den Jahren davor, war das Expeditionsschiff die „Thuleland“, Leiter der Expedition war Dr. A. K. Hanjura. Schon Anfang November 1990 verliess ein Arzt Indien mit Reiseziel Antarktis. Er flog mit einem sowjetischen Flugzeug von Maputo, Mozambique nach Molodeschnaja und über Nowolasarewskaja zur indischen Station. Dabei hat er auch die deutsche Georg-Forster-Station am 11.11.1990 besucht. Die Hauptgruppe an Bord der Thuleland erreichte die Station wohl erst im Januar 1991 . Zurück blieben 25 Überwinterer unter Rasik Ravindra, deren Überwinterungsort die MaJtri Station in der Schirmacher-Oase ist. Am 25. März 1981 kehrte die 10. Expedition nach Indien zurück. Die erste indische Antarktisstation „Dakshin Gangotri“ ist aufgelöst worden, da sie sehr tief  ins Schelfeis eingesunken war.
  • 1992 :
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  • 1994 : Indische Antarktis-Expedition 1993-1994
    Die Abfahrt der 13. Indischen Antarktis-Expedition erfolgte pünktlich Ende November 1993 ab Goa mit dem russischen Schiff „Kresheninkov“. Die Rückfahrt ab Maitri-Eiskante erfolgte verspätet, weil angeblich eine Inland-Expedition verspätet zurückkam. Auf dem Schiff konnten lediglich die kleinen Wasp-Helikopter der indischen Air Force landen, die nur jeweils zwei Personen befördern können. Auf der Rückfahrt nach Indien hatte das Schiff einen Maschinenschaden und konnte mit Mühe und Not Durban/Südafrika erreichen. Bei dem ganzen folgenden Trouble sind mehrere Expeditions-Container verloren gegangen.
  • 1995 : Indische Antarktis-Expedition 1994-1995
    Nach der Pleite mit dem russischen Schiff im Jahr zuvor hatte sich die indische Regierung wieder für ein skandinavisches Schiff entschieden. Gechartert wurde das MS „Polarbird“, ex die deutsche „Icebird“, die jahrelang für die australischen Antarktis-Expeditionen gefahren war.
  • 1996 : Indien-Antarktisexpedition 1995-96
    Inzwischen kehrten die Expeditionsteilnehmer der deutschen GEOMAUD-Expedition der BGR Hannover zurück. Unter anderen wurde auch die indische Station Maitri mehrfach besucht, z.B. am 26.1.1996, dem indischen Nationalfeiertag.
  • 1999 : 18. Indische Antarktisexpedition 1998 – 2000
    Zur Versorgung der indischen Station und zur Ablösung der Überwinterer setzten die Inder das russische Antarktisscbiff RV. „Akademik Fjodorov“ ein, das in Kapstadt die neue Expeditionscrew an Bord nahm und bis zur Schelfeiskante vor der Schirmacheroase brachte.
  • 2000 : 19. Indische AntarktiscIpedition 1999 – 2000
    Für die 19. Indische Wissenschaftliche Antarktis-Expedition 1999/2000 charterte die indische Ozean-Entwicklungs-Behörde in Neu Delhi das Spezialschiff „Magdalena Oldendorff“ das zwar von Egon Oldendorf in Lübeck betrieben wird, aber Eigner ist die Bandwidth Shipping Corp. in Monrovia, Liberia. Es hat eine Tonnage von 10.530 tons und eine Crew von 28 Personen aus 13 Ländern. Erstmals in der Geschichte der indischen Antarktisfahrten ging die Reise der 19. Antarktisexpedition nicht ab Goa, sondern ab Kapstadt, und sie endete dort auch wieder. Als Eislotse war der aus früheren Jahren bekannte Kapitän Ewald Brune an Bord. Die „Magdalena Oldendorff“ wurde am 6. Dezember 1999 von den Indern in Kapstadt übernommen. Dort ging eine Expeditionsmannschaft von 53 Indern (einschliesslich 3 Hubschrauberpiloten, 3 Hubschraubermechanikern und 2 Ärzten) sowie ein peruanischer Gastwissenschaftler an Bord. Als Ladung wurden übernommen 14 Container, 2 Hubschrauber Bell 407 Textron sowie Kraft-/Treibstoff für die Hubschrauber und die Station. Das Schiff verliess Kapstadt am 10. Dezember um 0.30 Uhr. Auf fast direktem Kurs fuhr es südwärts zur India Bay, dem Entladeplatz für die Forschungsstation Maitri an der Prinzessin-Astrid-Küste. Schlechtwetter und schlechte Eisverhältnisse erschwerten und verzögerten die Fahrt vor der India Bay erheblich. Die feste Packeiskante wurde am 23. Dezember ca.10 Seemeilen nördlich der India Bay erreicht, von da an dauerte es noch bis zum 7. Januar, um die Entladestelle an der Schelfeiskante zu erreichen, und das trotz Hilfe der russischen „Akademik Fedorov“ am 24. bis 26. Dezember. Die Entladearbeiten dauerten bis 20. Januar. Die Ladearbeiten für den Rücktransport erfolgten vom 5. bis 7. und am 23. Februar. Am 23. Februar 2000 abends um 19.30 wurden die Anker gelichtet, das Schiff verliess die India Bay und kam am 3. März abends um 20.00 Uhr in Kapstadt an. Interessant sind auch die Wetterdaten, die von der Schiffsführung während der Reise und des Aufenthalts vor Maitri gewonnen worden sind.
    In der Zeit vom 19. Dezember bis 23. Februar wurden insgesamt 402 Wetterbeobachtungen gemacht. Gemessene Höchsttemperaturen waren im Dezember + 4°C, im Januar + 8°C, im Februar + 2°C, die Tiefsttemperaturen waren im Dezember – 9°C, im Januar – 10°C, im Februar -13°C. Der Wind wehte im allgemeinen aus öst lichen Richtungen. Dabei waren von den gemessenen Windgeschwindigkeiten im Dezember 32 , im Januar 35  und im Februar 42  in Windstärke 6 oder höher. Teilweise waren Windstärke und -richtung so, dass  das Schiff die India Bay verlassen musste, um nicht Gefahr zu laufen, an der Eiskante beschädigt zu werden.
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