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1. Januar 2000 / PolarNEWS

GAP – Geodetic Antarctic Project 1995 und 1998

GAP 95 – Geodetic Antarctic Project 1995
In der Antarktissaison 1994 – 95 fand unter Leitung des Alfred-Wegener-Institutes eine gemeinsame deutsch – russische Expeditionn in der Westantarktis mit dem q-gap226russischen Forschungsschiff AKADEMIK BORIS PETROW statt. Mehr als 10000 Seemeilen legte das Schiff zurück,um ein Messnetz an 15 Punkten zu installieren. Dabei wurden 12 Antarktisstationen angelaufen und erste Messungen durchgeführt. Die Messungen sind in ein globales Netz der VLBI – Stationen eingebunden. Sie nutzen die Reneklion von Pulsaren und Quasaren im All, um den Standort der Stationen zentimetergenau zu bestimmen. Kombiniert wird die Methode mit dem satellitengestützten System PSI, welches seinerseits die Bewegungen der Antarktischen Halbinsel erfasst. Die weltweiten und lokalen Daten sollen Rückschlüsse auf die Drift der Kontinente liefern.

GAP 98 – Geodetic Antarctic Project 1998
Bereits 1995 hatte das Bremerhavener AWI-Institut das russische Forsehungsschiff ,,Akademik Boris Petrov“ gechartert, um das internationale Projekt „Geodetic Active Project“ zu starten. Ziel des Unternehmens waren damals und heute die Bewegungsparameter der antarktischen Platte zu messen. Dazu stellten die deutschen Wissenschaftler an 24 verschiedenen Positionen in der Westantarktis ihre GPS-Geräte (Global Positioning System) auf, um 21 Tage ununterbrochen Satellitensignale zu empfangen, aus denen bis auf einen Zentimeter genau die Standorte errechnet werden können. Der Vergleich der 1995er und 1998er Messwerte ergeben die Bewegungsrate der antarktischen Platte.
Auch in der Saison 1997-98 war das russische Forschungsschiff wieder im Einsatz. Bereits im Dezember 1997 wurde Deutschland verlassen. Am 8.1.1998 begann in Ushuaia die heisse Phase der Expedition, wo Dr. Tilo Schöne (AWI) und Prof. Gleb Udintsev (Vemadsky Institut Moskau) die Leitung übernommen hatten. Es mussten auf den Süd Orkney Islands, auf den Südsandwich-Inseln, auf den Süd-Shetlands, auf der Peter L-Insel und auf der antarktischen Halbinsel die Feldstationen errichtet werden.
Während des Einsatzes waren die Beobachter, meist zwei Wissenschaftler, allein auf sich gestellt. Nur mit Hilfe des TUB- Satelliten der Technischen Universität Berlin konnten Nachrichten an den russischen Forschungseisbrecher ,,Abdemik Boris Petrov'“ übermittelt werden. Maximal nur 64 Buchstaben oder Zahlen – mehr als ein Hilferuf im Notfall waren da nicht möglich.
Auf den Südshetlands waren bei Punta Spring in einer alten chilenischen Station die Vermessungsingenieurin Daniela Pohl (AWI) und eine Studentin aus Karlsruhe im Einsatz. Die 28 beteiligten Wissenschaftler kamen aus Bremerhaven, TU Dresden, Hannover, Braunschweig und Karlsruhe. Koordinator des Projektes ist Prof. Reinhard Dietrich von der Technischen Universität Dresden. Die logistische Betreuung übernahm Dr. Hans Schenke (AWI Bremerhaven).
Auf der britischen Insel Signy Island war vom 20. Januar bis 9. Februar 1998 Steven Sonntag als GPS- Beobachter im Einsatz.
Im Rahmen der Expedition nahmen die Forscher ausserdem Messungen zu Erdbeben, zur Schichtung des Meeresbodens. zum Pegelstand des Meeresspiegels und zum Schwerefeld der Erde vor. Die Untersuchungen sollen fortgeführt werden, um den Einfluss der Kontinentaldrift auf das Klima und das Niveau des Meeresspiegels abzuschätzen. Am 25. Februar 1998 legte die ,,Abdemik Boris Petrov“ wieder in Ushuaia an. Bremerhaven wurde am 15.April1998 vom russischen Schiff wieder erreicht.

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