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1. Januar 2000 / PolarNEWS

Greenpeace im Südpolarmeer

Greenpeace-Kampagne zum Schutze des Südpolarmeeres
Unter extremen Klimabedingungen hat sich im Südpolarmeer eine einzigartige Tierwelt entwickelt, nur relativ wenige Arten, die aber in grossen Zahlen diese Weltregion bewohnen . Dazu gehören Pinguine, Robben und Seelefanten, grosse und kleine Wale, Albatrosse und Seemöven und verschiedene Fischarten. Greenpeace hat im Dezember 1998 eine neue Kampagne zum Schutze des Südpolarmeeres gestartet. Dazu wurde das eisgängige Greenpeace-Schiff ,,Arctic Sunrise“ vom Heimathafen Amsterdam in Richtung Neuseeland und des Südpolarmeeres in Marsch gesetzt. Leiter dieser Aktion ist Dr. Ralf Sonntag (Leiter von Greenpeace Deutschland).
In einem Brief schreibt er : „Es ist unser fester Entschluss, die in antarktischen Gewässern illegal operierende Fischfangschiffe zu konfrontieren und deren Treiben zu dokumentieren. Denn das Meer um die Antarktis wird zur Zeit geplündert. Es haben sich dort in den letzten zwei Jahren all die Fischfangschiffe versammelt, die woanders nicht mehr agieren dürfen. Jetzt suchen die Wilderer unter den Hochseefischern nach den letzten Schlupflöchern, wo sie unbeobachtet und unkontrolliert fischen und jagen können. Die Lizenzen für den antarktischen Fischfang wurden in den letzten Jahren auf 30.000 Tonnen ausgestellt. In den Handel kamen aber gut 100.000 Tonnen Fisch“.
Den Wilderem geht es nur um den „Schwarzen Seehecht“, eine Fischart, die hier in Tiefen von 600 bis 2.500 Meter vorkommt. An langen Angelleinen, die inzwischen bis zu 130 km lang, sind bis zu 30.000 Haken mit Ködern befestigt. Doch nicht nur die Tiefseefische gehen an die Köder, auch die Albatrosse erkennen die Köder, tauchen nach ihnen und werden in die Tiefe gezogen und ertrinken. Wenn das Treiben der Wilderer nicht beendet wird, ist in spätestens drei Jahren der Bestand an „Schwarzen Seehecht“ zusammengebrochen. Ebenso bedroht ist der „Patagonische Zahnfisch“ und andere Arten. Es gibt zwar ein internationales Abkommen zum Schutz wandernden Fischarten. Es wurde bisher noch nicht von den Staaten der Europäischen Union ratifiziert und ist deshalb noch nicht in Kraft getreten. Wenn dieses Abkommen in Kraft wäre, könnten Grossbritannien und Frankreich, die im Südpolarmeer mehrere Inseln besitzen, und auch Australien und Neuseeland als nächste Anlieger eine wirksame Fischereiaufsicht postieren und so mit internationalen Mandat die illegalen Fischer aus dem Verkehr ziehen.

C34

Der grösste Teil der illegalen Fischereiflotte in der Antarktis wird die „Spanische Armada“ genannt, weil diese unter spanischer Flagge fährt oder spanischen Firmen gehört. Manche haben ihre Schiffe nach Chile oder Argentinien ausgeflaggt. Zur „Armada“ gehören rund 100 Schiffe. Etwa 15 modeme Fischereischiffe gehören zu den „Wikingern“, das sind Schiffe unter Flagge der Faröer-Inseln oder Norwegens. Umgeschlagen wird der illegale Fisch hauptsächlich auf Mauritius und geht dann in Kühlcontainern nach Spanien, Japan oder die USA. Andere Verladehäfen liegen in Namibia oder in Chile. Japan nimmt rund 75• des illegal gefangenen Fisches ab. Bei einem Jahresumsatz von 850 Millionen Mark ist die illegale Fischindusttie in der Lage, ihre Operationen weiter auszubauen. Derzeit lässt die Fischmafia in Peru neue Kühlschiffe bauen.

 

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