Skip to content
1. Januar 2000 / PolarNEWS

Postverkehr

Postverkehr in die Antarktis

Der Postverkehr zwischen der Antarktis und dem Heimatland ist besonders für die Touristen (Ansichtskarten von Besuchern) und die Polarphilatelisten von Bedeutung.   

Früher hatte eine Poststelle in der Antarktis hoheitliche Aufgaben, und mit der Poststelle wurde Interesse an und Präsenz in der Antarktis markiert.  Es war aber auch die einzige kostengünstige Verbindung für Forscher und Logistikpersonal, weil die Radioverbindungen vorrangig für die Übermittlung von wissenschaftlichen Daten gebraucht wurden. 

Einige Länder haben nie einen Poststempel auf einer Polarstation eingesetzt – dafür aber einen Schiffspoststempel auf dem Versorgungsschiff. Zu diesen Ländern gehört auch Deutschland mit dem Schiffspoststempel auf der Polarstern.


Auch der Postverkehr in der Antarktis ist Wind und Wetter ausgesetzt – ein interessanter Zeilenstempel auf Dienstbriefen der DDR, welche auf dem Transport durchnässt wurden.


Ende der Poststellen in der Antarktis ?

Die Schliessung der Scott Base Poststelle  fällt etwa zusammen mit dem Ende des „Kalten Krieges“ und dem Tauwetter zwischen Grossbritannien und Argentinien. Die Poststelle in der Antarktis ist nicht mehr Ausdruck „staatlicher Hoheit“

Andere Länder wie Südafrika oder Neuseeland hatten früher einen Poststempel in der Antarktis, zogen ihn aber zurück und stempeln jetzt die Post aus der Antarktis im Heimatland – auch vor der Antarktis macht das „Poststellensterben“ nicht Halt.


In unregelmässigen Abständen reisst mit den britischen Postschiffen ein Postal Officer mit.

Weltpostvertrag und Antarktis

Die Situation widerspiegelt die Situation Mitte der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts. Damals war die Postdienste noch mehr unter der Kontrolle des Staates und zwar – abgesehen vielleicht von den USA – weltweit. Das Internet gab es nicht , der Fax steckte noch in den Kinderschuhen die Telegrafie war noch vorhanden. Aus heutiger Sicht ist der Postdienst generell  – und noch mehr die Zusatzdienste  – schon fast Nostalgie.

Im Jahre 1984 wurden in Hamburg anlässlich des dort stattfindenden Weltpostkongresses „Die Verträge des Weltpostvereins Hamburg 1984“ angenommen. In der Satzung und der Allgemeinen Verfahrensordnung  sind grundsätzliche organisatorische und technische Probleme geregelt. Der eigentliche Weltpostvertrag enthält die allgemeinen Regeln und Bestimmungen der Briefpost, die den Polarphilatelisten besonders interessieren.  Im Weltpostvertrag folgen Zusatzabkommen, wie Postpaketabkommen, Postanweisungsabkommen , Postscheck- und Nachnahmeabkommen sowie Postzeitungsabkommen usw.

Zur Briefpost gehören:

  • Die eiligen LC- Sendungen (Briefe und Postkarten)
  • Die nichteiligen AO- Sendungen (Drucksachen, Blindensendungen  und Päckchen).

Diese Sendungsarten sind nach allen Ländern der Erde zulässig, auch zu den antarktischen Gebieten und von dort zurück, wenn es keine staatlichen Sonderregeln dazu gibt.

Folgende Zusatzleistungen sind bei der Briefpost nach allen Ländern zulässig :

1.        Einschreiben

2.        Rückschein (l’avis de réception)

Der Artikel 48 Absatz 1 des Weltpostvertrages sagt dazu : „Der Absender einer Einschreibe-oder Wertsendung kann gegen eine bei der Aufgabe zu entrichtenden Taxe einen Rückschein

verlangen. Der Rückschein wird auf dem schnellsten Weg (Luftweg oder Land-und Seeweg) an den Absender zurückgesandt.

3. Nachforschung

Sie kann für eine uneingeschriebene Sendung (Form C 8)und für eine eingeschriebene Sendung (Form C 9) gemacht werden. Bei Form.  C 8 geht das Formular von der Aufgabestelle direkt an die Bestimmungsstelle, wo der Empfänger eine Erklärung über Erhalt oder Nichterhalt abgibt, dazu braucht kein Stempelabdruck den Vorgang zu dokumentieren.

Bei m Form C 9, der Nachforschung für eingeschriebene Sendungen,  wird Auskunft über den Leitweg gegeben.  Ausserdem gibt die Bestimmungspoststelle Auskunft über die Auslieferung, wo das Datum genannt wird und wo Unterschrift und Poststempel vorhanden sein müssen. Diese Nachforschungen unterliegen einer Gebühr.

Die Aufgabestelle ist jedoch nicht verpflichtet,diese Formulare nach Abschluss der Nachforschungen dem Absender zu überlassen.

4. Internationale Antwortscheine (IAS)

Diese werden vom Internationalen Büro des Weltpostvereins (UPU) herausgegeben und verkauft. Der Verkauf solcher IAS ist jedem Mitgliedsland freigestellt. Eingelöst werden sie überall gegen ein oder mehrere Postwertzeichen im Wert eines gewöhnlichen auf den Land- und Seeweg beförderten Auslandsbriefes in der ersten Gewichtsstufe (bis 20 g).  Jedes Mitgliedsland der UNO kann dem Weltpostverein UPU beitreten. Länder, die nicht Mitglied der UN sind, können durch 2/3-Mehrheitsbeschluss der Mitglieder des UFU in den Weltpostverein aufgenommen werden.  Für den Antarktisdienst gilt zu beachten, dass Südafrika  keine Internationalen Antwortscheine mehr annimmt, da dieses Land anlässlich des Weltpostkongresses 1979 in Rio de Janeiro vom Weltpostverein ausgeschlossen wurde.

Einschränkungen für den Briefpostverkehr

a) Der Briefpostverkehr nach allen Ländern ist nicht absolut. Einschränkungen machen Zollverordnungen von Aufgabe- und Bestimmungsland und bei Kriegszustand.

b) Welche Postämter für den internationalen Verkehr geöffnet sind, ist nicht Sache der UPU, sondern Angelegenheit der nationalen Postverwaltungen.  Die Beschränkungen, die es in der Antarktis gibt, sind legal.  Der Weltpostverein in Bern veröffentlicht eine Liste der Postämter, welche für den internationalen Verkehr geöffnet sind. Die Liste heisst  „Nomenclature internationale des bureaux de poste“.  Hier sind nur die Poststellen von Argentinien, Australisches Antarktisches Territorium, Britisches  Antarktisches Territorium, Südgeorgien, Falklandinseln, TAAF und bisher auch Ross Dependencies aufgeführt.

Sonderdienste :

a) Rückzugs- und Adressenänderungabegehren sind bei  AAT,  TAAF, BAT, Südgeorgien und Falklandinseln möglich. Der Rückzug eines eingeschriebenen Briefes ist möglich, wenn der Brief noch nicht ausgeliefert ist. Dabei wäre nur ein telegrafisches Rückzugbegehren sinnvoll.

b) Höchstgewicht bei Päckchen AAT = 500 g, Ross Dependencies = 2000 g, TAAF = 2000 g, BAT/ Südgeorgien / Falklandinseln = 1000 g,  Tristan da Cunha= 1000g und Chile (Base Tte.Marsh) = 1000 g.

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: