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13. Juni 2004 / PolarNEWS

– 2004 – 06 Nächste Eiszeit in 15000 Jahren

10.06.2004 : Klimawandell –  Nächste Eiszeit kommt in 15.000 Jahren

Ein Bohrkern aus dem ewigen Eis der Antarktis birgt eine beruhigende Nachricht: Die nächste Eiszeit wird noch mindestens 15.000 Jahre auf sich warten lassen – falls der Mensch die Umwelt nicht noch stärker zerstört als bisher.
Der Bohrkern, den die europäischen Forscher in achtjähriger Arbeit aus dem antarktischen Eisschild holten, bricht alle Rekorde: Mit rund zweieinhalb Kilometern Länge reicht er 740.000 Jahre in die Erdgeschichte zurück. Die Analysen zeigten, dass es während dieser Zeit jeweils acht Eis- und Warmzeiten gab, schreiben Wissenschaftler aus zehn Ländern im Fachmagazin „Nature“ (Bd. 429, S. 623). Und die nächste Eiszeit, betont das Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut, werde frühestens in 15.000 Jahren beginnen – gesetzt den Fall, dass der Einfluss des Menschen die Vorgänge nicht beschleunigt.
Mit der bereits seit 12.000 Jahren dauernden derzeitigen Warmzeit erlebt die Erde voraussichtlich eine der längsten Warmperioden der vergangenen 420.000 Jahre, erklärt der stellvertretende AWI-Direktor Heinz Miller. Die vergangenen vier Phasen mit gemässigten Temperaturen dauerten demnach mit 12.000 bis 15.000 Jahren nur relativ kurz an, während die kalten Perioden wesentlich länger waren.
Die Wissenschaftler wollen ihre Reise in die Vergangenheit des Erdklimas im Dezember dieses Jahres fortsetzen. Bis sie vom „Dome C“ des arktischen Eispanzers aus den Felsgrund erreicht haben, sind es noch rund 100 Meter – und damit weitere 200.000 Jahre Klimageschichte. Die Analyse der jeweils drei Meter langen Eiskerne werde noch Jahre in Anspruch nehmen, sagte Miller: „Das ist Stoff für viele Doktorarbeiten.“ Die im Eis eingeschlossenen Klima-Informationen seien wesentlich detaillierter als die Erkenntnisse aus den bisher üblichen Bohrungen im Meeresboden.
Im Gegensatz zu den Bodenproben sind in den dünnen Eisschichten laut Miller Spuren jener Gase gespeichert, die das Klimageschehen massgeblich beeinflussen. Unter anderem entdeckten die Forscher, dass die Kohlendioxid-Konzentration in der Atmosphäre früher in Eiszeiten bei 200 ppm (Anteil pro eine Million Teile) und in Warmperioden bei 280 ppm lag. Seit 1750 sei der Anteil dieses Treibhausgases durch menschlichen Einfluss auf 370 ppm gestiegen. Nach vorläufigen Analysen sei dies der höchste Wert der vergangenen 500.000 Jahre. Welche Konsequenzen das für das Klima habe, könne den Eiskernen jedoch nicht entnommen werden.

 

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