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30. Juni 2009 / PolarNEWS

– 2009 – 06 Satellitenbeobachtung Pinguine, Antarktis vs. Alpen

03.06.2009 Satellitenbeobachtung: Kotspuren verraten Pinguinkolonien

Zehn bislang unbekannte Kolonien von Kaiserpinguinen haben Forscher in der Antarktis entdeckt – auf ungewöhnliche Art und Weise: Auf Satellitenfotos waren ihnen braune Verfärbungen im Schnee aufgefallen. Dabei handelte es sich um Kotspuren der Tiere.
London – Sie waren die Hauptdarsteller in dem Dokumentarfilm „Die Reise der Pinguine“. Nun haben Wissenschaftler eine faszinierende Methode entdeckt, um Königspinguine aus dem All zu beobachten: anhand ihrer Kotspuren. Das Aufspüren der Pinguinkolonien bereitet den Wissenschaftlern schon länger Probleme.
Beim Betrachten von Satellitenfotos war den Forschern vom British Antarctic Survey jedoch eine rotbraune Verfärbung des weissen Eises aufgefallen – und zwar an einer Stelle, von der sie wussten, dass dort eine Kolonie zu Hause ist. Die Pinguine selbst waren auf dem Foto wegen der zu geringen Auflösung nicht zu erkennen.
Peter Fretwell und seine Kollegen stellten bei weiteren Untersuchungen fest, dass die zufällig entdeckten Kotspuren tatsächlich Hinweise auf Kaiserpinguinkolonien sind. Bei der systematischen Auswertung von Antarktis-Aufnahmen fanden die Forscher zehn bislang unbekannte Kolonien. Sechs Kolonien hatten sich von bekannten Orten an neue bewegt, sechs Kolonien gelten als verschollen. Insgesamt habe man 38 Kolonien anhand ihrer Kotspuren aus dem All identifiziert, schreiben die Forscher im Fachblatt „Global Ecology and Biogeography“.
Fretwell sagte, mit Hilfe der auf dem weissen Polareis gut sichtbaren Spuren liessen sich die Bewegungen der Tiere gut verfolgen. Zugleich erlaubten sie Rückschlüsse darauf, wie die Pinguine auf die Klimaerwärmung reagierten. Kaiserpinguine verbringen die längste Zeit ihres Lebens im Wasser, kehren jedoch in der Brutzeit im antarktischen Winter zu ihren Kolonien zurück.

04.06.2009 Milderes Klima: Antarktis ähnelte einst den Alpen

Forscher haben per Radar unter den kilometerdicken Eispanzer der Antarktis geschaut. Das Ergebnis: Auf dem heute lebensfeindlichen Kontinent herrschte einst ein Klima wie derzeit in den Alpen.
London – Hoch aufragende Berge, von Flüssen durchströmte Senken, Hochtäler, die von Gletschern immer weiter eingeschnitten werden: Vor 34 Millionen Jahren muss die Antarktis ähnlich ausgesehen haben wie heute die Alpen. Das schliesst ein internationales Forscherteam aus Radardaten des Gamburzew-Gebirgsmassivs im Zentrum des Kontinents. Die kilometerdicken Eismassen haben das ursprüngliche Relief des Gebirges wohl viele Millionen Jahre lang bewahrt, schreiben die Wissenschaftler um Sun Bo vom Polarforschungsinstitut in Shanghai im Fachmagazin „Nature“.
Vor 34 Millionen Jahren – in der Erdgeschichte ein kurzer Augenblick – war das antarktische Klima demnach extrem mild, verglichen mit seinem heutigen Zustand: Im Sommer stiegen die Durchschnittstemperaturen im zentralen Bergmassiv bis auf etwa drei Grad Celsius an, an der Küste des Kontinents wuchsen sogar Bäume. Flüsse schnitten sich in die Felsmassive ein und modellierten die Landschaft ebenso wie die Gletscher, die schon damals Hochtäler ausfüllten und die hohen Gipfel bedeckten.
Heute ist diese Berglandschaft unter einer drei Kilometer dicken Eisschicht begraben – und wurde dadurch konserviert, vermuten die Forscher um Sun Bo. Als die Temperaturen sanken, legte sich ein nach und nach immer dicker werdender Eispanzer auf das Gamburzew-Gebirge, das als Ausgangspunkt der Vergletscherung des Kontinents gilt.
Vor rund 14 Millionen Jahren erreichte die Vereisung der Antarktis ihren Höhepunkt: Der Kohlendioxidanteil in der Erdatmosphäre sank drastisch ab, die Temperaturen in der Zentralantarktis fielen um durchschnittlich acht Grad Celsius. Die Folge: Das mehr als tausend Kilometer lange Bergmassiv wurde komplett von Eis bedeckt – bis heute ragt kein einziger Gipfel aus der Eisfläche hervor. Sie hat die darunterliegende Landschaft über Jahrmillionen hinweg versiegelt und vor weiterer Abtragung geschützt.

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