Skip to content
30. September 2009 / PolarNEWS

– 2009 – 09 Kältester Ort, Mysteriöse Seen, Erwärmungsthese, Ozonloch

01.09.2009 Antarktis: Kältester, trockenster und stillster Ort der Erde entdeckt

Wissenschaftler haben den perfekten Ort für eine Sternwarte gefunden. In der Antarktis, auf einem Plateau in rund 4000 Metern Höhe, wollen sie künftig ungestört von Wind, Wetter und Feuchtigkeit die Sterne beobachten.
Im Winter herrscht dort durchschnittlich eine Temperatur von minus 70 Grad Celsius. Die Luft enthält so wenig Feuchtigkeit, dass weder Wolken noch Dunst den Blick ins All trüben.
Auf der Suche nach dem besten Standort für ein Weltraumobservatorium sind Astronomen nun fündig geworden: In 4053 Metern Höhe auf dem antarktischen Plateau Ridge A haben sie womöglich den stillsten, trockensten und kältesten Punkt der Erde gefunden. Von hier aus aufgenommene Himmelsbilder könnten dreimal schärfer sein als alle bisher von der Erde aus aufgenommenen Bilder – perfekt für die Zwecke der Astronomen.
„Es ist so still, weil es fast keinen Wind oder Wettererscheinungen gibt“, sagt Will Saunders von der University of New South Wales in Sydney (Australien). Für die Suche hat er Daten von Satelliten, Bodenstationen und Klimamodellen ausgewertet. Wegen der atmosphärischen Bedingungen wäre Ridge A dem Forscher zufolge der ideale Standort, um in die Tiefen des Alls zu blicken. Saunders und seine Kollegen berichten im Fachblatt „Publications of the Astronomical Society of the Pacific“ über ihren Fund.
Menschen haben den Ort vermutlich noch nie betreten
Der Wassergehalt der Luft sei verschwindend gering, der Ort zugleich extrem ruhig. Es gebe auf Ridge A sehr wenig atmosphärische Turbulenzen, die anderswo auf der Erde dazu führen, dass die Sterne zu blinken scheinen. „Ausserdem ist der Himmel sehr viel dunkler als anderswo“, sagt Saunders. Damit sei Ridge A selbst den besten existierenden Observatorien auf Berggipfeln in Hawaii und Chile weit überlegen.
Ridge A liegt im australischen Territorium der Antarktis. Der ideale Ort für eine Sternwarte befindet sich jedoch nicht am höchsten Punkt des Plateaus – dem rund 4200 Meter hohen Dom A – sondern 150 Kilometer entfernt an einem flachen Bergrücken. Die genaue Position beträgt 81,5 Grad Süd und 73,5 Grad Ost. Menschen haben die entlegene Stelle vermutlich noch nie betreten.
Das Interesse an möglichen astronomischen Beobachtungsstätten in der Antarktis ist seit 2004 deutlich angestiegen. Damals entdeckten Forscher von der University of New South Wales, dass ein Teleskop in der Antarktis fast genauso gute Bilder aufnehmen kann wie das Hubble-Teleskop im Weltraum. Die australischen Astronomen wollen sich nun europäischen und chinesischen Bemühungen anschliessen, die erste grosse Sternwarte in der Antarktis zu errichten.

01.09.2009 : Forscher kartieren mysteriöse Seen unter ewigem Eis

Tief unter dem antarktischen Eispanzer liegt eine verborgene Welt: Mehr als 280 unterirdische Seen von teilweise beachtlicher Grösse existieren in der Dunkelheit. US-Forscher haben die Reservoirs nun neu vermessen – und dabei Erstaunliches entdeckt.
Es ist eine wundersame Welt in dunkler Tiefe: Unter dem dicken Eispanzer der Antarktis gibt es neben felsigen Gebirgsmassiven auch eine stattliche Zahl von unterirdischen Seen. Rund 280 kennen Forscher bisher. Die meisten davon befinden sich unter dem Ostantarktischen Eisschild. Einige der Reservoirs, so ist seit ein paar Jahren bekannt, sind untereinander verbunden. Wasser zirkuliert zwischen ihnen hin und her. US-Forscher haben nun erstmals eine Übersicht der wundersamen Wasserblasen erstellt – und dabei zahlreiche neue Seen entdeckt.
Von Oktober 2003 bis März 2008 hatten Forscher um Benjamin Smith von der University of Washington in Seattle mit Hilfe des Nasa-Satelliten „ICESat“ den antarktischen Eispanzer beobachtet. Dabei interessierten sie sich für Höhenänderungen des Eises, die auf Wasserbewegungen in unterirdischen Seen hindeuten könnten. Mit einem speziellen Instrument des Satelliten, dem Geoscience Laser Altimeter System, konnten sie die Höhenänderungen minutiös verfolgen – und zwar für beinahe die gesamte Antarktis.
Besonders interessierten sich die Wissenschaftler für Veränderungen, bei denen nur Bereiche von zwei bis zehn Kilometern Durchmesser betroffen waren. Bei diesen eher überschaubaren Arealen standen dann Gebiete mit Höhenänderungen von mehr als 20 Zentimetern pro Jahr im Blickpunkt.
68 Kubikmeter Wasser pro Sekunde
Im Fachmagazin “ Journal of Glaciology“ haben die Forscher nun ihre Erkenntnisse veröffentlicht. Sie identifizierten zweifelsfrei insgesamt 108 aktive Seen, weitere 16 wiesen entsprechende Hinweise auf. Zum Teil sind die Seen beeindruckend gross, der unter dem Eis befindliche Lake Engelhardt ist zum Beispiel 30 Kilometer lang und zehn Kilometer breit. „Je genauer wir hinsehen, desto mehr stetige Aktivität bemerken wir – obwohl der antarktische Eisschild statisch aussieht“, sagt Studienleiter Benjamin Smith.
Die meisten der bisher bekannten antarktischen Seen sind allerdings inaktiv. Vor allem die Neuentdeckungen lassen die Zahl der aktiven Seen massiv steigen. Es ist ein enormer Druck, der auf den Reservoiren unter dem Eis lastet. Was bei den gekoppelten Seen an einer Stelle abfliesst, kommt an einer anderen Stelle hinzu. Zum Teil sorgen regelrechte Flüsse unter dem Eis für den Austausch, zum Teil sind es unterirdische Leitungssysteme im Gestein. Und die Wassermengen, die dabei bewegt werden, sind enorm: Bei einem See in der Ostantarktis errechneten die Forscher eine Abflussrate von 68 Kubikmetern – in der Sekunde. In manchen Fällen liegen zwei offenbar verbundene Seen Hunderte von Kilometern auseinander.
Bis auf wenige Ausnahmen befinden sich die aktiven Seen in Bereichen der Antarktis, in denen das Eis besonders schnell fliesst. Die Forscher gehen davon aus, dass die tief verborgenen Wasserbewegungen einen grossen Einfluss darauf haben, wie schnell die Eismassen in den entsprechenden Regionen sich in Richtung des Meeres bewegen. So könnten Wasserflüsse unter dem Eispanzer wie eine Art Schmiermittel wirken – und ein schnelles Abrutschen über felsigem Untergrund ermöglichen. Dieser Effekt, der fatal für den Anstieg der weltweiten Meereshöhen wäre, wird auch auf Grönland diskutiert.
Am antarktischen Byrd-Gletschersystem konnten die Forscher eindrucksvoll den Einfluss der unterirdischen Seen auf die Abflussgeschwindigkeit der darüber liegenden Eismassen zeigen. Hier sorgte der Abfluss von 1,7 Kubikkilometern Wasser aus einem unterirdischen See für einen zehn Prozent schnelleres Abfliessen der Eismassen ins Meer. Der Effekt hielt dabei mehr als ein Jahr an.
14.09.2009 : [RU] Erwärmungsthese wird durch extrem kalte Antarktistemperaturen widerlegt

An der russischen Inland-Station Wostok halten sich nun schon über 1,5 Monate extrem niedrige Temperaturen, die für diese Jahreszeit untypisch sind. Das teilte der Chef des Logistikzentrums der Russischen Antarktisexpedition, Wjatscheslaw Martjanow, mit.
„Seit dem 1. März liegen die Lufttemperaturen am absoluten Minimum und sind seitdem nicht oberhalb der minus 50-Grad-Marke (Celsius) gestiegen“, sagte Martjanow. Ihm zufolge werden 68 bis 74 Grad unter Null gemessen.
Solche Temperaturen im Raum der Polarstation Wostok seien nicht für die jetzige Herbstzeit, sondern eher für den Winter typisch, sagte der Experte.
„Die in diesem Jahr registrierten Angaben sind ein weiterer Beweis dafür, dass die Temperaturdynamik sich nicht zugunsten einer globalen Klimaerwämung entwickelt, von der zurzeit so viel geredet wird“, so Martjanow.
Laut dem Gesprächspartner der Agentur muss das zwölfköpfige Personal der Station wegen der so niedrigen Lufttemperaturen seine Häuser zusätzlich abdichten.
Die 1957 gegründete Polarstation Wostok liegt im Mittelpunkt Antarktikas und ist die einzige Forschungsstation Russlands im Inneren des Südkontinents.

16.09.2009 : [] Ozonloch über Antarktis schrumpft

Das Ozonloch über der Antarktis wird in diesem Jahr nach Angaben der Internationalen Meteorologischen Organisation geringer sein als 2006 und 2008.
„Die vorliegenden Daten legen den Schluss nahe, dass das Ozonloch seiner Grösse nach in diesem Jahr mit dem von 2007 vergleichbar sein wird“, hiess es.
Beim Ozonloch handelt es sich um ein Gebiet in der Stratosphäre mit einem geringeren Gehalt von Ozon, das die Erdoberfläche vor harter Ultraviolettstrahlung schützt. Das Ozonloch wurde in den 1980er Jahren in der Antarktis entdeckt. Das Loch bildet sich im August, erreicht seine maximale Grösse im September und Oktober und verschwindet zum Dezember.
Wissenschaftler erklärten diese Erscheinung mit einer umfassenden Anwendung Ozon zerstörender Stoffe, vor allem FCKW-Stoffe (Fluor-, Chlor und Kohlenwasserstoffe). 1987 unterzeichneten 193 Länder in Montreal ein Protokoll zum Verbot derartiger Stoffe. Gegenwärtig steigt der Gehalt von Ozon in der Atmosphäre und dürfte 2020 den Stand der 1960er Jahre erreichen.
2008 war das Ozonloch 27 Millionen Quadratkilometer und 2007 25 Millionen Quadratkilometer gross. Am 16. September 2009 betrug die Fläche des Ozonlochs 24 Millionen Quadratkilometer.

Advertisements
%d Bloggern gefällt das: