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30. Dezember 2011 / PolarNEWS

– 2011 – 12 Ehrung Amundsen, Tierschützer vs. Walfänger, Trawler gerettet

14.12.2011 [-m] Wie das Wettrennen zum Südpol entschieden wurde

Die Eroberung des Südpols vor 100 Jahren ist ein Mythos. Das Rennen von Roald Amundsen und Robert Scott, der glorreiche Sieg des Norwegers und das tragische Scheitern des Engländers gelten als einige der grössten Dramen der Weltgeschichte.
Wie sich Amundsen in scheinbar lockerer Fahrt von seinen Hunden durch das ewige Eis ziehen liess, während Scott und seine Gefährten ihre Schlitten selbst zogen; das Bild vom Amundsen und seiner Begleiter in Fellkleidung vor der wehenden Fahne Norwegens und einem windschiefen Zelt, dem er den Namen Polheim gab, Scott und Gefolge am gleichen Punkt, in Stoffkleidung mit verbrannten Gesichtern, im Hintergrund das norwegische Lager; der Rückweg Scotts, die letzten Worte seines Mitreisenden Lawrence Oates „Ich gehe nur raus und könnte etwas länger brauchen“, als er das Zelt verliess und sich für seine Kameraden opferte, und schliesslich Scotts letzter Tagebucheintrag, „Kümmert euch um Himmels willen um unsere Hinterbliebenen“ – dies alles hat sich in das kollektive Gedächtnis eingeprägt, eine Geschichte voller Heldentum und Tragik.
So verwundert es nicht, dass nun, zum Jubiläum dieses Ereignisses, an einem der unwirtlichsten Punkte der Erde reger Verkehr herrscht.
Den Anfang machten bereits im vergangenen Jahr ein deutsches und ein österreichisches Team um den Fernsehmoderator Markus Lanz und Ski-Legende Hermann Meier in einem von ZDF und ORF ausgestrahlten Rennen. Es folgten diverse Expeditionen, darunter die der Britin Amelia Hempleman-Adams, die als 16-Jährige und damit als jüngster Mensch auf Skiern erst vergangenen Freitag den Südpol erreichte.
Paradies für Astronomen
Unabhängige Beobachter zählen zur Zeit 22 Expeditionen im ewigen Eis der Antarktis, deren Ziel die nach die norwegisch-amerikanische Amundsen-Scott-Polstation ist, ein 150 Millionen-Dollar-Bau, Heimat von mehr als 100 Wissenschaftlern aus aller Welt – auch aus Deutschland. „Der Südpol ist für Astronomen paradiesisch“, sagt der deutsche Forscher Christian Spiering.
Am 18. Dezember 2010 wurde in der Antarktis mit IceCube der grösste Teilchendetektor der Welt fertiggestellt. Mithilfe des unterirdischen, einen Kubikkilometer grossen Neutrinoteleskops wollen sein Miterbauer Spiering und Kollegen unter anderem den Geheimnissen der kosmischen Strahlung und der Dunklen Materie auf die Spur kommen.
Dabei geht es bei den Expeditionen nicht mehr um Leben oder Tod, sondern ums Dabeisein bei der TV-Liveübertragung.
Auch zwei Norweger wollen es zur Jubiläumsfeier schaffen. Dabei lagen gestern noch 80 Kilometer vor Langlauf-Olympiasieger Vegard Ulvang und dem Polarforscher Harald Jølle. „Wir sind total gespannt, ob sie das packen. Eigentlich ist es unmöglich“, sagte Stein Tronstad vom Polarinstitut in Tromsø, das die ursprünglich vierköpfige Expedition im November auf die „originale“ Amundsen Tour über 2500 km geschickt hatte.
Auch heute noch ist der Südpol nur schwer zu bezwingen
Tronstads Institutschef Jan Gunnar Winther und der Abenteurer Stein P. Aasheim warfen kurz vor dem Ziel das Handtuch und liessen sich am Dienstag die letzten 80 km in einem kleinen Flugzeug transportieren. „Wir sind am Ende Tag und Nacht gelaufen, damit wir’s schaffen. Aber wir beide sind total platt, es ging nicht mehr“, sagte er dem heimischen Sender TV2, der zum Jubiläum live vom Pol berichtet.
Von Beginn an hatte die Vierergruppe hinter den jeweiligen Etappen der Amundsen-Gruppe gelegen. Trotz modernster Ausrüstung, Navigation per GPS und minimaler persönlicher Gefahr durch fast jederzeit mögliche Bergung. Aber auch 100 Jahre nach der ersten menschlichen „Eroberung“ gibt das extrem harte Wetter in der Antarktis das Marschtempo vor.
Amundsen habe recht gehabt, als er den Untergrund für Skiläufer hier mit „Fischkleister“ verglich, notierten die Nachahmer irritiert im Internet-Tagebuch. Im Gegensatz zum berühmten Vorbild mussten sie ihre Schlitten mit der Ausrüstung selbst ziehen. Schlittenhunde, die von Amundsens Gruppe schliesslich auch als Proviant genutzt wurden, sind heute bei Polarexpeditionen verboten. Auch beim Tierschutz hat sich einiges geändert.
Hunde waren besser als Ponys und Motorschlitten
Dabei waren Hunde vor 100 Jahren einer der Gründe für Amundsens Sieg im Wettlauf gegen Scott. Der hatte sich für Ponys und Motorschlitten entschieden. Zwei von ziemlich vielen Fehlern in seiner Planung. So mussten Scotts Leute etwa das Wasser aus ihren Zelten schöpfen, weil der Schnee am Boden durch Brenner- und Körperwärme schmolz. Er hatte anders als Amundsen keine Bodenplane eingenäht.
Auch Landsleute von Scott, der fünf Wochen nach Amundsen zum Pol kam, waren Anfang der Woche im Anmarsch zum 100. Jahrestag. Alle Expeditionen sollen am heutigen Mittwoch vom norwegischen Regierungschef Jens Stoltenberg begrüsst werden, der bereits seit Anfang der Woche am Südpol wartet.

15.12.2011 [-m] Südpol-Bezwinger Amundsen nach 100 Jahren geehrt

Ehrung für den Polar-Pionier Roald Amundsen bei vierzig Grad Frost am Südpol: Genau hundert Jahre nach der Ankunft als Erster am südlichsten Punkt der Welt haben mehrere hundert Menschen des Norwegers und seiner vier Mitstreiter gedacht.
In Oslo enthüllte König Harald V. ein Denkmal, das Amundsen und seine vier Weggefährten in Lebensgrösse zeigt. Die Gruppe hatte am 14. Dezember 1911 nach knapp zwei Monaten auf Skiern quer durch die Antarktis den Pol erreicht. Dabei gewannen die Norweger einen Wettlauf gegen die Expedition des Briten Robert F. Scott. Der Marineoffizier erreichte das Ziel fünf Wochen später und starb mit vier Weggefährten auf dem Rückweg.
Zur Jubiläumsfeier am Pol absolvierte der vorher eingeflogene norwegische Ministerpräsident Jens Stoltenberg die letzten fünf Kilometer zum Pol mit drei Landsleuten auf Skiern. Am geografischen Südpol erwartete die Skandinavier nicht das eisige Nichts wie ihre Vorfahren vor hundert Jahren, sondern die gut ausgebaute US-Polarstation „Scott-Amundsen“. Hier waren über 200 Arbeiter von der Station, TV-Teams, Polarfahrer, Regierungsvertreter sowie zahlende Touristen versammelt.
Bei der Feier sagte Stoltenberg: „Wir sind hier, um eine der allergrössten Taten der Menschheit zu feiern.“ Jetzt sei es wichtig, ähnliche Grosstaten bei der Bewältigung der Klimaprobleme zu vollbringen. Vor der US-Station wurde eine Amundsen-Büste aus Eis enthüllt.
Amundsen hatte zur Finanzierung seiner Südpol-Expedition bewusst die Lüge verbreitet, er wolle als erster den Nordpol erreichen. Dieser galt damals als viel prestigeträchtiger. Die Nachricht vom Erreichen des Südpols kam in der Heimat des Norwegers erst nach drei Monaten im März 1912 an. Bei der Heimkehr weitere drei Monate später wurde der inzwischen weltberühmt Amundsen als Volksheld gefeiert.

25.12.2011 [-h, -k] Tierschützer spüren japanische Walfänger mit Drohne auf

Mit Hilfe einer Drohne haben Tierschützer die japanische Walfangflotte aufgespürt. Das unbemannte Fluggerät, das der Organisation „Sea Sheperd“ von einer US-Firma gespendet worden sei, habe die Walfänger rund 1600 Kilometer vor antarktischen Gewässern entdeckt und deren Koordinaten zurückgemeldet, sagte Paul Watson, der Gründer der Organisation.
Es werde nun zwar eine lange Verfolgung, bis ein Schiff der Gruppe die Walfangflotte erreicht habe. „Aber dank dieser Drohnen haben wir jetzt einen Vorteil, den wir noch nie hatten: Wir haben Augen im Himmel“, sagte Watson.
Die Drohne war vom Schiff „Steve Irwin“ gestartet, das die Verfolgung des japanischen Fabrikschiffes „Nisshin Maru“ allerdings nicht selbst aufnehmen kann. Es wird laut Watson von drei japanischen Sicherheitsschiffen beschattet. Dafür könnten sich die Sea-Shepherd-Schiffe „Brigitte Bardot“ und „Bob Barker“ auf den Weg in die Antarktis machen. Bisher sei noch kein Meeressäuger getötet worden, sagte Watson.
Die Internationale Walfangkommission (IWC) hatte 1986 ein Moratorium für den kommerziellen Walfang in Kraft gesetzt. Japan nutzt die Möglichkeit, jedes Jahr hunderte Meeressäuger zu Forschungszwecken zu töten – verhehlt aber nicht, dass das Walfleisch verzehrt wird.

28.12.2011 : [-k, RU] Russischer Fischtrawler aus Eisfalle gerettet

Ein russischer Fischkutter hat in der Antarktis leckgeschlagen und geht langsam unter. An Bord sind 32 Menschen. Die Rettungskräfte können wegen der dicken Eisdecke nicht zum havarierten Schiff durchbrechen.
Das Schiff „Sparta“ war im Rossmeer in eine Eisfalle geraten und schlug unter der Wasserlinie leck. Der Kapitän gab ein Notsignal ab, die meisten Besatzungsmitglieder sind auf Rettungsflosse umgestiegen. An Bord sind etwa 200 Tonnen Kraftstoff, die bei einem Untergang austreten könnten.
Ein norwegisches Schiff, das sich 20 Seemeilen entfernt befindet, kann wegen der dicken Eisdecke den Unglücksort nicht erreichen. Das nächste russische Schiff ist etwa 300 Meilen entfernt.
Nach knapp zwei Wochen ist die „Sparta“ aus der Eisfalle befreit worden: Der koreanische Eisbrecher „Araon“ führte den mit einem Eisberg kollidierten russischen Fischtrawler in eisfreie Gewässer.
Die „Sparta“ war am 15. Dezember rund 3700 Kilometer südöstlich von Neuseeland mit einem Eisberg kollidiert und leckgeschlagen. Zehn Tage lang hatte die Besatzung aus 15 Russen, 16 Indonesiern und einem Ukrainer versucht, das Loch unter der Wasserlinie zu reparieren, bevor der südkoreanische Eisbrecher das havarierte Schiff erreichte. Der Trawler erreichte unter eigenem Antrieb den neuseeländischen Hafen Lyttelton.

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